Ja, was is vom bis dato andauernden Protest denn geblieben?
Die (geringe) Chance, dass alle Staaten den Ausstoß des sogenannten Klimagases CO² senken werden..... Afrika bekommt (wieder mal) viel mehr Spenden als bisher (oder auch nicht)..... es wurde viel gefeiert...... dumm und des selbstständigen Denkens nicht fähig sind die meisten Demonstranten geblieben. Aber bleiben wir optimistisch, bleiben wir optimistisch - "Ja, mein Herr, Sie sind ein Dichter"
Achselzuckt der Vogel Specht.
Klar ist es schwer Inhalte rüberzubringen, wenn die Party, das Konzert im Vordergrund steht. Ich hatte beim Drehen in Rostock das Gefühl, dass die Teilnehmer ein Zeichen setzen wollen. Das sie erst einmal zeigen, sie sind da und wie die G8 im Moment Weltpolitik betreiben, das passt ihnen nicht.
Mit einer Podiumsdiskussion zieht man keine 40.000 Menschen. Das Konzert und die Demo haben das geschafft. Und die Inhalte finden statt, aber eben nicht auf solch prominenter Bühne sondern bei den Podiumsdiskussionen und Kundgebungen. Es wäre super, wenn der Protest sich irgendwann auf eine Formel einigen kann. Vielleicht schaffen die Protestler es ja während ihres Gegengifpels das komplizierte Konstrukt "Weltpolitik heute" zu durchdringen und ihren Standpunkt klar zu machen! Wäre für die Kommunikation der Inhalte unbedingt wünschenswert!
Viele Grüße aus der Polylux-Redaktion!
Vera
Besser als zu Hause rumzustizen und nichts zu unternehmen sind diese Konzerte allemal! Aber sieht man die Dinge realistisch, fällt es schwer, nicht zum Zyniker zu werden ;)
Aber wie bereits angedeutet, aufgeben kann nicht die Lösung sein. Und wenn sich nur wenig verbessert, dann haben sich die Proteste vermutlich schon gelohnt.
In diesem Sinne ein schönes Wochenende.
Wir sollten nicht länger darüber streiten, ob man besser mit schwarzen Klamotten auf Demos geht oder ohne, sondern das beachten was uns vereint. Wir wissen alle, es geht nicht so weiter wie bisher. Der Kapitalismus wird keine Lösungen finden für die Probleme der Welt. Der Kapitalismus ist ein Problem der Welt. Um das festzustellen brauchen wir auch keine Antwort auf die Frage, was danach kommt. Wir wissen nicht was wir wollen, aber wir wissen ganz genau was wir nicht wollen.
Ich war am 2.6. in Rostock mit offen sichtbarem Gesicht. Ich habe wie viele andere Berlinerinnen und Berliner die Tanzmobile der Hedonistischen Internationale begleitet. Hier findet ihr mehr Videos von diesem Teil der Demo.
Danke - dankedankedankedanke für diesen Beitrag, zeigt er doch eine Tendenz auf, die mir allzu gegenwärtig in diesen Tagen scheint: Die Mehrzahl selbsternannter Kritiker scheinen gar nicht zu wissen, wogegen sie sich eigentlich aussprechen - stattdessen ist es ein diffuses, nicht näher zu definierendes Dagegensein, das die Stimmung prägt, eine vage Ahnung, dass "die da" (die G8-Teilnehmer) "böse", "wir" hingegen "gut" sind, weil "die" "uns" etwas "aufzwingen", während "wir" für "Gerechtigkeit" und "Freiheit" einstehen und diese zu verteidigen gedenken. Ein Begriff ist auslegbarer als der nächste, sodass es eigentlich gar nichts anderes als einen Konsens innerhalb der "Gegner" geben kann - sofern man nicht allzu genau nachhakt. LeBon lässt grüßen.
Dabei sollte man sich zweierlei bewusst machen: Die Regierungschefs, die dort zusammenkommen, sind keine Despoten, sondern gewählte Volksvertreter, die demnach auch mit dem Segen des Wahlviehs handeln - also nichts da von wegen "undemokratisch". Und zum anderen ist nicht zu vergessen, dass dieser Gipfel primär eines ist: geballte Symbolik auf engstem Raum. Er ist nur insofern von Bedeutung, dass in seinem Verlauf verhältnismäßig viele verhältnismäßig wichtige Personen des politischen Lebens aufeinander treffen - aber das tun sie ansonsten auch, ohne dass so ein Wirbel darum gemacht wird, nur nicht in dieser Menge. Man erläge also einem Irrglauben, wenn man meinte, dass an einem G8-Gipfel das Wohl und Wehe der Weltgeschichte hinge - das entscheidet sich dann doch eher zu vielen kleinen Gelegenheiten an vielen kleinen Orten überall auf dem Globus verstreut. Dieses symbolische Moment ist es, das die Proteste rechtfertigt, doch sollten sich Teilnehmer wie Beobachter der Tatsache bewusst sein, dass auch dieser "Widerstand" nicht anders als symbolisch sein kann - konkret verändern diese Proteste gar nichts, können - wie der Gipfel - nicht mehr als bloßes Symbol sein - und jeder andere Eigenanspruch zeugte nicht nur von Vermessenheit, sondern überdies von einer Verkennung der Umstände.
Allerdings wäre es wirklich zu begrüßen, wenn die Teilnehmer der Demonstrationen und Gegenveranstaltungen tatsächlich mit den jeweiligen Themen auseinandersetzten anstatt wahlweise Phrasen zu dreschen, Parolen zu brüllen oder - wie die Mehrheit - in eine diffuse "Wir gegen die"-Mentalität zu verfallen - aber dazu bedürfte es des aufgeklärten Menschen.
Es grüßt
Glahn
PS: Bemerkenswert finde ich ebenjene Stimmen, die nicht ins breite Bewusstsein der westlichen Welt dringen, etwa den nigerianischen Soziologen(?), der Bono & Co Rassismus vorwarf und sich zudem gegen einen Schuldenerlass für die Länder der Dritten Welt aussprach. Aber das nur als Fußnote.
Gerade die Tatsache, dass die G8 - Führer den Globalisierungskritikern jedes Jahr diese Projektionsfläche bieten, macht mir die Forderung eines sofortigen Stops der Treffen unverständlich. Kein anderes Event sorgt jedes Jahr weltweit für solch ein öffentliches Interesse an den Schattenseiten der Globalisierung, als dieses Treffen der Mächtigesten. Die 8 + Prodi als Club der Verschworenen zu bezeichnen wäre meiner Ansicht nach zuviel der Lorbeeren. Überall strotzt der Gipfel doch viel zu sehr von nationalen Interessen, als dass man von einer Absprache unter Gleichgesinnten sprechen könnte. Die Ironie liegt doch genau darin, dass wohl das einzige Resultat dieses gigantischen Zirkuses, das ernsthaft als soetwas wie ein Erfolg gesehen werden kann, die Tatsache ist, dass die USA und Russland wieder miteinander kommunizieren...
egal ob beim fussball oder bei demos die party idioten nehmen überhand. um was es geht ist eigendlich nebensache, hauptsache party und saufen. und wenn geht noch auf die hools und autonomen schimpfen weils denen ja angeblich nicht um fussball bzw. politik geht. im durchschnitt mehr als euch witzfiguren aufjedenfall!
rassismus würd ich dem bono nicht vorwerfen, jedoch eitelkeit und kurzsichtigkeit. und an die welche schonwieder von 'wir' und 'verständigung' usw. reden: einen gesamtlinken standpunkt wird es nie geben! weil es 'die linke' nicht gibt. da ist von systemverbesserern über leute die nur party machen wollen und eigendlich keine ahnung haben, sektierern deren zielgruppe leichtgläubige 13 jährige mädels sind, bis hin zu leuten die am liebsten alles niederreissen wollen, israel gegnern, israel befürwortern, hedonisten, selbstgeiselern und theoretischen trotzkisten alles dabei. genausogut könnte man einen gesamtdeutschen oder gesamteuropäischen standpunkt zu einem thema fordern.
Und was bitte schön ist flasch daran, einen gesamteuropäischen Standpunkt zu fordern oder die German Vote im europäischen Parlament zu kritisieren?
Genau dasgleiche gilt meiner Ansicht nach auch für die Globalisierungskritiker. Wenigstens Attac sollte in der Lage sein, einen Großteil der verschiedenen Fraktionen auf ein paar klare, grundlegende Ziele zu vereinigen. Eine Art Charta im kleinen. Wie alles andere natürlich ausbaufähig.
Ich fühle mich vom Werbefilmer Schmerberg, verstanden. Er bringt eigentlich genau das auf den Punkt, was mich im Vorfeld des G8s auch verwirrt hat. Bin ich dafür oder dagegen?
Ich war dann mal auf der Website von Attac... ich habe im Web gesucht... ich habe für mich festgestellt, dass ich mir die Bands lieber aussuche und dann auch dafür gerne auch Eintritt zahle, dass ich Partys auch zuhause feiern kann... also habe ich versucht herauszufinden warum der G8 "das Böse" ist... ich habe eine eifrige Kollegin gefragt, welche überlegte mit ihrem 1-jährigen Sohn hinzufahren... am Ende bleibt mir immer noch die Frage: Warum, warum, warum? Bin ich dafür oder dagegen?
Bis heute kann ich es nicht beantworten. Ich weiß für mich, dass sich eine kleine Menge Demonstranten und auch Organisatoren in Interviews und Diskussionen um Sinn und Verstand geredet haben und am Ende mir und den meisten immer noch keine "greifbaren" Gründe dafür oder dagegen geliefert haben.
Und das zudem diese noch kleinere, dafür aber umso auffälligere Menge an Idioten aus dem Krawall-Block alles wofür (und das war in meinen Augen schon wenig) die Gegendemos stehen sollten in Steinen und Gewalt ersoffen haben!
Die Polizei hat mein ehrliches Mitleid! Ich bin kein Polizeifreund, würde ich sagen, aber wer da im Einsatz war und auch deren Familien tun mir wirklich leid! Wir können alle froh sein das niemand dauerhaft zu Schaden gekommen ist, ich vergleiche hier nur mit diesem Französischem Polizisten bei der Fussball-WM vor ein paar Jahren!
Mein RESPEKT zudem an den Fotografen aus dem Beitrag, der die Courage hatte dem Steineschmeisser den farblichen Unterschied zwischen Polizei und Feuerwehr nahezulegen!
Diese Typen die auf alles und jeden etwas werfen sind die, die uns wenn überhaupt in einen Überwachungsstaat bringen! Schande über Euch!
ama, oder.
p.s. mein erster Polylog-Beitrag ist ganz schön lang geworden, aber ich hätte noch viel mehr schreiben können, da dies ein Thema ist welches mich sehr beschäftigt.
Dasselbe Problem hatte ich auch und habe es teilweise auch immer noch.
Ich habe für mich festgestellt, dass der Gipfel eben gerade durch seinen hauptsächlich symbolischen Charakter seine Legitimation erhält. Wo kann denn die so bitter notwendige Kritik von Attac & Co. besser öffentlich beleuchtet werden, als auf dem alljährlichen G8-Treffen?
Andererseits denke ich mir mittlerweile, dass die Abschaffung des Gipfels seine kritiker vielleicht endlich dazu zwingen würde, sich auf spezifischere und zielführendere Kritikpunkte zu einigen. Das Spektrum der "Kritiker" reicht ja inzwischen schon vom linksextremen bis ins rechteextreme Lager. Das Risiko, dass dieses diffuse Durcheinander von unreflektiertem Populismus zu einem Kreis geschlossen wird, möchte ich nicht eingehen.
Aber irgendwie traue ich den verantwortlichen diese Weitsicht bei ihrer These "G8 = Illegitim" nicht zu...
10 Kommentare
KillerspielSpieler meinte am 08.06.2007 01:04
Frage des Titels bleibt unbeantwortet?
Ja, was is vom bis dato andauernden Protest denn geblieben?
Die (geringe) Chance, dass alle Staaten den Ausstoß des sogenannten Klimagases CO² senken werden..... Afrika bekommt (wieder mal) viel mehr Spenden als bisher (oder auch nicht)..... es wurde viel gefeiert...... dumm und des selbstständigen Denkens nicht fähig sind die meisten Demonstranten geblieben. Aber bleiben wir optimistisch, bleiben wir optimistisch - "Ja, mein Herr, Sie sind ein Dichter"
Achselzuckt der Vogel Specht.
PolyVeraLux meinte am 08.06.2007 11:44
Das Gemeinschaftsgefühl bringt die Masse
Hallo KillerspielSpieler!
Klar ist es schwer Inhalte rüberzubringen, wenn die Party, das Konzert im Vordergrund steht. Ich hatte beim Drehen in Rostock das Gefühl, dass die Teilnehmer ein Zeichen setzen wollen. Das sie erst einmal zeigen, sie sind da und wie die G8 im Moment Weltpolitik betreiben, das passt ihnen nicht.
Mit einer Podiumsdiskussion zieht man keine 40.000 Menschen. Das Konzert und die Demo haben das geschafft. Und die Inhalte finden statt, aber eben nicht auf solch prominenter Bühne sondern bei den Podiumsdiskussionen und Kundgebungen. Es wäre super, wenn der Protest sich irgendwann auf eine Formel einigen kann. Vielleicht schaffen die Protestler es ja während ihres Gegengifpels das komplizierte Konstrukt "Weltpolitik heute" zu durchdringen und ihren Standpunkt klar zu machen! Wäre für die Kommunikation der Inhalte unbedingt wünschenswert!
Viele Grüße aus der Polylux-Redaktion!
Vera
KillerspielSpieler meinte am 08.06.2007 13:20
Hallo Vera,
Besser als zu Hause rumzustizen und nichts zu unternehmen sind diese Konzerte allemal! Aber sieht man die Dinge realistisch, fällt es schwer, nicht zum Zyniker zu werden ;)
Aber wie bereits angedeutet, aufgeben kann nicht die Lösung sein. Und wenn sich nur wenig verbessert, dann haben sich die Proteste vermutlich schon gelohnt.
In diesem Sinne ein schönes Wochenende.
n2000 meinte am 08.06.2007 10:04
Kapitalismus stinkt
Wir sollten nicht länger darüber streiten, ob man besser mit schwarzen Klamotten auf Demos geht oder ohne, sondern das beachten was uns vereint. Wir wissen alle, es geht nicht so weiter wie bisher. Der Kapitalismus wird keine Lösungen finden für die Probleme der Welt. Der Kapitalismus ist ein Problem der Welt. Um das festzustellen brauchen wir auch keine Antwort auf die Frage, was danach kommt. Wir wissen nicht was wir wollen, aber wir wissen ganz genau was wir nicht wollen.
Ich war am 2.6. in Rostock mit offen sichtbarem Gesicht. Ich habe wie viele andere Berlinerinnen und Berliner die Tanzmobile der Hedonistischen Internationale begleitet. Hier findet ihr mehr Videos von diesem Teil der Demo.
Glahn meinte am 08.06.2007 21:59
Danke
Danke - dankedankedankedanke für diesen Beitrag, zeigt er doch eine Tendenz auf, die mir allzu gegenwärtig in diesen Tagen scheint: Die Mehrzahl selbsternannter Kritiker scheinen gar nicht zu wissen, wogegen sie sich eigentlich aussprechen - stattdessen ist es ein diffuses, nicht näher zu definierendes Dagegensein, das die Stimmung prägt, eine vage Ahnung, dass "die da" (die G8-Teilnehmer) "böse", "wir" hingegen "gut" sind, weil "die" "uns" etwas "aufzwingen", während "wir" für "Gerechtigkeit" und "Freiheit" einstehen und diese zu verteidigen gedenken. Ein Begriff ist auslegbarer als der nächste, sodass es eigentlich gar nichts anderes als einen Konsens innerhalb der "Gegner" geben kann - sofern man nicht allzu genau nachhakt. LeBon lässt grüßen.
Dabei sollte man sich zweierlei bewusst machen: Die Regierungschefs, die dort zusammenkommen, sind keine Despoten, sondern gewählte Volksvertreter, die demnach auch mit dem Segen des Wahlviehs handeln - also nichts da von wegen "undemokratisch". Und zum anderen ist nicht zu vergessen, dass dieser Gipfel primär eines ist: geballte Symbolik auf engstem Raum. Er ist nur insofern von Bedeutung, dass in seinem Verlauf verhältnismäßig viele verhältnismäßig wichtige Personen des politischen Lebens aufeinander treffen - aber das tun sie ansonsten auch, ohne dass so ein Wirbel darum gemacht wird, nur nicht in dieser Menge. Man erläge also einem Irrglauben, wenn man meinte, dass an einem G8-Gipfel das Wohl und Wehe der Weltgeschichte hinge - das entscheidet sich dann doch eher zu vielen kleinen Gelegenheiten an vielen kleinen Orten überall auf dem Globus verstreut. Dieses symbolische Moment ist es, das die Proteste rechtfertigt, doch sollten sich Teilnehmer wie Beobachter der Tatsache bewusst sein, dass auch dieser "Widerstand" nicht anders als symbolisch sein kann - konkret verändern diese Proteste gar nichts, können - wie der Gipfel - nicht mehr als bloßes Symbol sein - und jeder andere Eigenanspruch zeugte nicht nur von Vermessenheit, sondern überdies von einer Verkennung der Umstände.
Allerdings wäre es wirklich zu begrüßen, wenn die Teilnehmer der Demonstrationen und Gegenveranstaltungen tatsächlich mit den jeweiligen Themen auseinandersetzten anstatt wahlweise Phrasen zu dreschen, Parolen zu brüllen oder - wie die Mehrheit - in eine diffuse "Wir gegen die"-Mentalität zu verfallen - aber dazu bedürfte es des aufgeklärten Menschen.
Es grüßt
Glahn
PS: Bemerkenswert finde ich ebenjene Stimmen, die nicht ins breite Bewusstsein der westlichen Welt dringen, etwa den nigerianischen Soziologen(?), der Bono & Co Rassismus vorwarf und sich zudem gegen einen Schuldenerlass für die Länder der Dritten Welt aussprach. Aber das nur als Fußnote.
Heimer meinte am 12.06.2007 14:34
Dito!
Gerade die Tatsache, dass die G8 - Führer den Globalisierungskritikern jedes Jahr diese Projektionsfläche bieten, macht mir die Forderung eines sofortigen Stops der Treffen unverständlich. Kein anderes Event sorgt jedes Jahr weltweit für solch ein öffentliches Interesse an den Schattenseiten der Globalisierung, als dieses Treffen der Mächtigesten. Die 8 + Prodi als Club der Verschworenen zu bezeichnen wäre meiner Ansicht nach zuviel der Lorbeeren. Überall strotzt der Gipfel doch viel zu sehr von nationalen Interessen, als dass man von einer Absprache unter Gleichgesinnten sprechen könnte. Die Ironie liegt doch genau darin, dass wohl das einzige Resultat dieses gigantischen Zirkuses, das ernsthaft als soetwas wie ein Erfolg gesehen werden kann, die Tatsache ist, dass die USA und Russland wieder miteinander kommunizieren...
ppp meinte am 11.06.2007 22:02
egal ob beim fussball oder bei demos die party idioten nehmen überhand. um was es geht ist eigendlich nebensache, hauptsache party und saufen. und wenn geht noch auf die hools und autonomen schimpfen weils denen ja angeblich nicht um fussball bzw. politik geht. im durchschnitt mehr als euch witzfiguren aufjedenfall!
rassismus würd ich dem bono nicht vorwerfen, jedoch eitelkeit und kurzsichtigkeit. und an die welche schonwieder von 'wir' und 'verständigung' usw. reden: einen gesamtlinken standpunkt wird es nie geben! weil es 'die linke' nicht gibt. da ist von systemverbesserern über leute die nur party machen wollen und eigendlich keine ahnung haben, sektierern deren zielgruppe leichtgläubige 13 jährige mädels sind, bis hin zu leuten die am liebsten alles niederreissen wollen, israel gegnern, israel befürwortern, hedonisten, selbstgeiselern und theoretischen trotzkisten alles dabei. genausogut könnte man einen gesamtdeutschen oder gesamteuropäischen standpunkt zu einem thema fordern.
Heimer meinte am 12.06.2007 14:40
Und was bitte schön ist flasch daran, einen gesamteuropäischen Standpunkt zu fordern oder die German Vote im europäischen Parlament zu kritisieren?
Genau dasgleiche gilt meiner Ansicht nach auch für die Globalisierungskritiker. Wenigstens Attac sollte in der Lage sein, einen Großteil der verschiedenen Fraktionen auf ein paar klare, grundlegende Ziele zu vereinigen. Eine Art Charta im kleinen. Wie alles andere natürlich ausbaufähig.
amacut meinte am 11.06.2007 23:26
Ja, so ungefähr...
Ich fühle mich vom Werbefilmer Schmerberg, verstanden. Er bringt eigentlich genau das auf den Punkt, was mich im Vorfeld des G8s auch verwirrt hat. Bin ich dafür oder dagegen?
Ich war dann mal auf der Website von Attac... ich habe im Web gesucht... ich habe für mich festgestellt, dass ich mir die Bands lieber aussuche und dann auch dafür gerne auch Eintritt zahle, dass ich Partys auch zuhause feiern kann... also habe ich versucht herauszufinden warum der G8 "das Böse" ist... ich habe eine eifrige Kollegin gefragt, welche überlegte mit ihrem 1-jährigen Sohn hinzufahren... am Ende bleibt mir immer noch die Frage: Warum, warum, warum? Bin ich dafür oder dagegen?
Bis heute kann ich es nicht beantworten. Ich weiß für mich, dass sich eine kleine Menge Demonstranten und auch Organisatoren in Interviews und Diskussionen um Sinn und Verstand geredet haben und am Ende mir und den meisten immer noch keine "greifbaren" Gründe dafür oder dagegen geliefert haben.
Und das zudem diese noch kleinere, dafür aber umso auffälligere Menge an Idioten aus dem Krawall-Block alles wofür (und das war in meinen Augen schon wenig) die Gegendemos stehen sollten in Steinen und Gewalt ersoffen haben!
Die Polizei hat mein ehrliches Mitleid! Ich bin kein Polizeifreund, würde ich sagen, aber wer da im Einsatz war und auch deren Familien tun mir wirklich leid! Wir können alle froh sein das niemand dauerhaft zu Schaden gekommen ist, ich vergleiche hier nur mit diesem Französischem Polizisten bei der Fussball-WM vor ein paar Jahren!
Mein RESPEKT zudem an den Fotografen aus dem Beitrag, der die Courage hatte dem Steineschmeisser den farblichen Unterschied zwischen Polizei und Feuerwehr nahezulegen!
Diese Typen die auf alles und jeden etwas werfen sind die, die uns wenn überhaupt in einen Überwachungsstaat bringen! Schande über Euch!
ama, oder.
p.s. mein erster Polylog-Beitrag ist ganz schön lang geworden, aber ich hätte noch viel mehr schreiben können, da dies ein Thema ist welches mich sehr beschäftigt.
Heimer meinte am 14.06.2007 22:40
Dasselbe Problem hatte ich auch und habe es teilweise auch immer noch.
Ich habe für mich festgestellt, dass der Gipfel eben gerade durch seinen hauptsächlich symbolischen Charakter seine Legitimation erhält. Wo kann denn die so bitter notwendige Kritik von Attac & Co. besser öffentlich beleuchtet werden, als auf dem alljährlichen G8-Treffen?
Andererseits denke ich mir mittlerweile, dass die Abschaffung des Gipfels seine kritiker vielleicht endlich dazu zwingen würde, sich auf spezifischere und zielführendere Kritikpunkte zu einigen. Das Spektrum der "Kritiker" reicht ja inzwischen schon vom linksextremen bis ins rechteextreme Lager. Das Risiko, dass dieses diffuse Durcheinander von unreflektiertem Populismus zu einem Kreis geschlossen wird, möchte ich nicht eingehen.
Aber irgendwie traue ich den verantwortlichen diese Weitsicht bei ihrer These "G8 = Illegitim" nicht zu...