Nicht allein Migrantenkids lachen über „Kartoffeldeutsche“. Auch mehr und mehr junge Deutsche finden den türkischen Rapper-Lifestyle viel cooler.
Verspottet und belächelt: Die Deutschen als Kartoffeln
polylux
Du musst dich anmelden, um diese Funktion ausführen zu können.


15 Kommentare
natenido meinte am 08.06.2007 21:47
Nichts Neues
Der Beitrag erweckt ein wenig den Eindruck, als sei das Spottwort "Kartoffel" für Deutsche erst kürzlich unter Kreuzberger Deutschtürken aufgekommen. Ich kann mich genau erinnern, den Ausdruck schon 1999 (möglicherweise früher) als gebräuchlich erlebt zu haben, nicht in Berlin, sondern in Westdeutschland, und nicht unter türkischen, sondern unter polnischen und südamerikanischen Migranten. Laut der ZEIT war er 2002 unter Jugoslawen und Russen in Franfurt üblich: http://www.zeit.de/archiv/2002/12/200212_essay.roemhild.xml
luxus meinte am 12.06.2007 16:40
Oh Mann
Egal ob neu oder alt, so mit Kartoffeln verglichen zu werden, ist echt nicht nett.
SchlauWieSchlumpf meinte am 12.06.2007 16:56
kartoffeln sind super, werden beim abkochen schließlich nicht rot!
desperado meinte am 12.06.2007 19:06
ebenso...
...könnte es heissen:
"Verspottet und belächelt: Die Türken als Knoblauchs"
das wäre aber nicht poltisch korrekt. weil, deutsche sind kartoffeln und alle anderen sind selbstverständlich "bundesdeutsche mit migrationshintergrund"...kurz: bumihigrus ;)
Berlin81er meinte am 13.06.2007 18:05
Oh Mann....
1.
Ich stimme "desperado" zu!!
2.
Was für ein unnötig polarisierender Bericht (über größtenteils Berlin)! Vielleicht hat ihn ja ein Nichtberliner aus einer kleinen Kaffstadt kommend gedreht. Vielleicht weiß der Regisseur ja deshalb auch nicht, das in Berlin außer Deutschen, Türken, Arabern auch noch viele andere Ethnien leben.
Aber ich verstehe schon die Entwicklung: die Deutschen sind jetzt die Randgruppe und die (fälschlicherweise) von einigen ach so als homogene Gruppe beschworenen Türken/Araber wischen "den Deutschen" durch ihre angebliche Überlegenheit und Coolness jetzt eins aus, oder was?!!
Wer in der Materie drin steckt und z.B. in Berlins Kiezen aufgewachsen ist, weiß das das Verhältnis unter den Leuten zwar nicht immer entspannt aber auch keinesfalls so polarisiert ist wie in diesem Bericht dargestellt.
Wenn ich es genau nehmen würde, bin ich aufgrund meiner deutsch/italienischen Vorfahren auch kein 100%iger Deutscher. Ich bin aber in Berlin geboren und aufgewachsen und verstehe mich somit auch als Berliner.
Darf ich mich jetzt vielleicht als "Pizza" begreifen und mich auch von den "Kartoffeln" abgrenzen und cooler sein als sie?
Nee, nee, nee...Also ich habe hier den Eindruck, dass Polylux auf der Modewelle mitschwimmt. Berliner "Szenegeschichten" sind ja nicht erst seit "Prinzessinnenbad" ein Exportschlager...
Heimer meinte am 14.06.2007 22:55
Die Theorie hinkt der Praxis eben immer hinterher. Verstehe genau was du meinst, aber ohne ein bisschen Polarisierung bekommt man keine griffigen Geschichten/Berichte zusammen..
supernovist meinte am 13.06.2007 18:27
DU missinterprätirst da etwas. Polylux hat sich schon immer um Berliner Szenegeschichten gekümmert. Das ist kein trend, sondern Bestand dieser Sendung.
Ich hoffe das war jetzt Koreckt, liebe Redaktion?
polylux meinte am 13.06.2007 18:38
Oho, ein treuer Fan!
So fing alles mal an, wie Du richtig beobachtet hast. Inzwischen sind unsere Reportagen und Berichte deutschlandweit relevant.
Der Bericht zum Thema Kartoffel wiederum kommt aus Berliner Kiezen. Der Begriff ist aber auch in Köln (http://www.dimadima.de/News-file-print-sid-443.html) und Bonn (http://www.migration-boell.de/web/integration/47_1095.asp) gebräuchlich...
Stormchaser meinte am 17.06.2007 20:19
Und ich hab immer gedacht das heiszt Krauts :-)
Oder, vorzugsweise suedlich des Weiszwurschtaequators: Piefke, Preiß
Breitgrins
ostsee meinte am 19.06.2007 18:52
ja damals ;-)
Krauts: früher wurden die Deutschen hauptsächlich im englischsprachigen Ausland so genannt..
ist das in Amerika immer noch so?
Heimer meinte am 26.06.2007 02:48
Dank Klinsi wird heute "Jürgen" auch sehr gerne als Namensersatz benutzt. Auf jeden Fall besser als die Anglifizierung des Nachnamens von Stefan Kuntz...
maennlich28 meinte am 18.06.2007 11:43
Kartoffel Pizza Knoblauch
nun, wer in diesen "harmlosen" Verunglimpfungen nicht den täglichen Teenager-Rassismus sieht, tut mir echt leid.
Wer sagt:
"mein Vater kommt aus dem TralalaHopsassa und desshalb bin ich halb deutscher halb TralalaHopsassa " der hat es einfach nicht verstanden!!!
DAS IST RASSISMUS!
In jeder dieser Zeilen steckt "Völkisches Denken".
Das Gegenteil kann nur sein: Wer nicht 100% deutscher ist, schadet dem "deutschen Volksganzen"....
Schwupp, schon ist Adolfs Rassentheorie in aller Munde....
Diese Identitätskrise bei Ausländern zu benennen, lass ich mir nicht als Rassismus vorwerfen.
"Kartoffel Pizza Knoblauch" dienen einzig und allein dazu, den gegenüber herabzusetzen. Das wiederum setzt den Diffamierenden kurzfristig über den Gescholtenen. Es ist ZEIT, dass dieser Sachverhalt von der Bundeszentrale für Politische Bildung augegriffen wird. THEMA: der Tägliche Rassismus an deutschen Schulen!!! "dumme Kartoffel" wird häufig mit "deutscher Hure" oder "deutsche Nutte" genannt. "WIR sind besser"
Macht die AUGEN AUF! DEUTSCHLAND ist EINWANDERUNGSLAND.
Heimer meinte am 18.06.2007 13:06
Man kanns auch übertreiben
Ach nee...
Und was folgt daraus?
Nur weil einige Kinder mit Migrationshintergrund nicht konform gehen und ihr Maul aufreissen, würde ich nicht gleich so einen Wind machen. Jugendliche grenzen sich immer von ihren Altergenossen ab. Ob das jetzt durch eine romantische Bande a la Kalle Blomquist, bestimmte Klamotten, Hobbies oder eben die Nationalität geht, ist für den Großteil der Kids meiner Ansicht nach nebensächlich, da die Grenzen fliessend sind. In multiethnischen Nationen wie Fankreich oder England sind solche albernen Bezeichnungen seit jeher an der Tagesordnung nur in Deutschland wird sofort wieder das braune Gespenst beschworen...
Solange wir beim Gemüse bleiben ist doch alles im grünen Bereich...
clearance meinte am 26.06.2007 07:59
Kartoffeln sind toll.
Im türkischen Originaldöner ist das mehrfach genannte Knollengewächs auch enthalten, so doof können die Knoblauchs die Kartoffeln also gar nicht finden. Ausser dem kenne ich beide Seiten, da ich eine deutsch-afghanische Mischung bin (Also eine Reis-Fleisch-Knoblauch-Knolle) und Kartoffel ist weitaus erträglicher als Kümmeltürke, Reisfresser, gelbes Schlitzauge, Bastard-Sau und alles Andere was ich mir sonst noch so von "reindeutschen" Mitbürgern anhören musste. So.
Heimer meinte am 26.06.2007 11:39
Die Deutschen, sagt man, lachen nicht,
wahrscheinlich weil sie alles
so ernst nehmen wie sich selber.
Hermann Kesten
Niemand klassifizieret so gern
als der Mensch,
besonders der deutsche.
Jean Paul, Vorschule der Ästhetik
Vergessen wir doch nicht,
dass die Völkernamen gewöhnlich
Schimpfnamen sind. Die Tataren sind
zum Beispiel ihrem Namen nach
»die Hunde«: So wurden sie von den
Chinesen getauft. Die »Deutschen«:
Das bedeutet ursprünglich
die »Heiden«; so nannten die Goten
nach ihrer Bekehrung die große Masse
ihrer ungetauften Stammverwandten.
Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft
Man will die deutsche Volksseele
erstarken sehen, indem sie sich mehr
abschließen und begrenzen soll,
und vergisst, dass gerade das
Unbegrenztseinwollen, das über engen
Nationalitätsschranken Stehenwollen
ihre Haupteigentümlichkeit ist.
Christian Morgenstern, Stufen