Lieber Besucher,

Polylog. tv ist ein Video- und Debattenportal für alle, die sich für ihre Zeit interessieren. Jede Woche gibt es den Fightclub mit einem aktuellen Streitgespräch, an dem Du schriftlich oder bildlich teilnehmen kannst. Außerdem gewichten wir die spannendsten Videoarbeiten von Usern und der Polylux Redaktion. Im Wildpark kannst Du Deine Filme hochladen, die besten werden ausgewählt und in den passenden Ressorts der Videothek verewigt.

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YOUrope!

Liebe Besucher,

Wie ticken junge Europäer? Anders als die Alten? Hat die gut vernetzte und mobile "Generation Digital" einen anderen Blick auf unsere Nachbarländer als noch die Eltern oder Großeltern? Wir meinen schon und wollen Euch deswegen eine neue Sendung ans Herz legen, die sich explizit mit den Themen und Herausforderungen des jungen Europas beschäftigt. Ganz uneigennützig ist der Tipp natürlich nicht, denn wir mischen als Produzenten kräftig mit und ich wage mal zu behaupten: Wer Polylog mag, dem wird auch Yourope gefallen. So heißt nämlich das neue Magazin, das seit 10. Januar jeden Sonntag um 17.45 h auf Arte läuft.

Moderiert wird das Ganze übrigens von einem extrem charmanten Kollegen, dem Logo-Mann Andreas Korn, der jetzt die Kindernachrichten verlässt, um Yourope nach vorne zu bringen. Ein Stück über die Piratenpartei aus der Pilotsendung zeigen wir Euch schon mal, damit Ihr wisst, was auf Euch zu kommt. Kommentare natürlich wie immer hocherwünscht.

 

Herzlich,

Tita

Email von Tita - 05/09

Liebe Besucher,

bei Polylog geht es uns auch immer um die nicht ganz nebensächliche Frage: "Wie soll ich mein Leben gestalten?" Wir wissen aus den unzähligen Fightclubs und Debatten bei Polylog, dass viele von Euch auf der Suche sind. Dass hier gerne über grundsätzliche Sinnfragen philosophiert wird, dass es ein großes Interesse für außergewöhnliche Lebensmodelle  gibt. Mit der neuen Rubrik "Mein Leben" wollen wir jetzt Menschen die Gelegenheit geben, selbst von ihrem Schicksal zu erzählen. Ohne Zwischenfragen und Off-Text möglichst unmittelbar und ehrlich. Den Anfang macht Amy. Bei ihr geht es nicht um große Schicksalsschläge oder um einen einzigartigen Lebensweg, sondern schlicht um Sinnsuche. Das große Loch, das sich auftut, wenn die Schule mal abgeschlossen ist, kennen viele. Woher soll man eigentlich wissen, was der nächste Schritt ist? Amy weiß es nicht und findet Trost in ihrer Szene. Eine Flucht? Eine Sackgasse? Vielleicht kann hier so etwas wie ein Erfahrungsaustausch entstehen. Wie haben andere den Einstieg ins Berufsleben geschafft? Die Starre überwunden? Beissende Kommentare, lieber Rufux, sind schnell geposted. Konstruktive Denkanstösse interessieren uns in diesem Fall mehr.

Herzlich

Tita

 

Email von Tita - 04/09

Liebe Besucher,

seien wir ehrlich: es gibt auch faule Gutmenschen. Und solche, die bestimmt gerne spenden würden, wenn sie es nicht ständig vergäßen.
Die gute Nachricht ist: endlich gibt es die richtigen Portale für potentielle Weltverbesserer. Hier findet man per Mausklick das Hilfsprojekt, das zu einem passt. Hier kann ein jeder je nach Neigung Menschenrechts- oder Umweltprojekte unterstützen,  Katastrophenhilfe leisten oder für bessere Bildungsangebote sorgen. "Jeder kann helfen", heißt der schnörkellose Slogan des Portals betterplace. Das ist, was wir uns wirklich unter "sozialen Netzwerken" vorstellen. Liebe Polylogger: schaut Euch den Film rechts neben meiner Email an und spendet drauf los. Und wenn es vollbracht ist könnt Ihr Euch mit Fug und Recht als Gelegenheitsgutmensch bezeichnen.

Herzlich

Tita

Email von Tita - 03/09

Na? Merkt Ihr erste Unterschiede? Polylog wandelt sich langsam. Vier große statt sieben kleine Monitore, um Euch die Filme würdiger zu präsentieren. Die Themen bleiben die selben. Unser Interesse gilt nach wie vor jungen Machern, neuen Lebensentwürfen und erstaunlichen Szenen. Und wir haben nach langer Suche einen wirklich einzigartigen Szeneguide für Euch ausfindig gemacht, der ab sofort einen eigenwilligen Blick auf die Hauptstadt werfen wird. Er scheitert zwar verlässlich an den einfachsten Dingen, ist aber unbestechlich. Viel Spaß mit Jasper - ab Donnerstag.

Email von Tita - 02/09

Diese Woche schenken wir Euch einen Selbstversuch. Aus Abschreckungsgründen. Wir haben uns selbst bei der hoffnungslosen Verzettelung gefilmt, der täglich Millionen User zum Opfer fallen: Eine Recherche über Grace Jones endet auf einem Sockenportal. Und jetzt behaupte bitte keiner, er habe nicht schon ähnliches erlebt. So schön die Reizüberflutung auch ist: Wer zu viel surft hat irgendwann die Konzentrationsspanne eines Pudels. Aber was tut man dagegen? Wir sind gespannt auf Eure Meinung im Fightclub. Außerdem könnt Ihr Euch den Furiensport Nummer 1 auf Polylog anschauen. Rollerderby ist definitiv die Punk-Variante des Kontaktsports. Hier werden Gegner einfach aus dem Weg gerammt und wenn es vorbei ist, fühlen sich alle irgendwie befreit. Und die Zuschauer haben auch etwas davon, schließlich sollt Ihr Euch nicht langweilen, während wir die Seite nach und nach umbauen. Nächste Woche erscheinen die ersten neuen Rubriken. Bleibt uns gewogen und sagt uns Eure Meinung.

 

Herzlich

Tita von Hardenberg

Email von Tita - 01/09

Ein paar Wochen Selbstmitleid könnnen ungeheuer wohltuend sein, aber nun genug damit. Jetzt geht es wieder an die Arbeit! Die Kommentare zu meiner letzten Email und zum Ende von Polylux haben den Durchhaltewillen der Redaktion noch einmal ordentlich angestachelt und beflügelt. Unsere Besucher haben ja klipp und klar gesagt, was sie von Polylog erwarten: „Mut“, „ein Quäntchen Ironie“, „ ein Stück Liberalismus“ , Filme, die weder „bieder“ noch „angestaubt“, noch „betulich“, sondern vielmehr genau das Gegenteil von all dessen sind. Das entspricht ja nun ziemlich punktgenau dem, was wir hier sowieso am liebsten zeigen. Gute Debatten, zeitgemäße Themen und erfrischende Breitseiten. Nur keine Ungeduld, geschätzter "Borderliner", es geht weiter. Wir müssen uns ja selbst noch an die neue Freiheit gewöhnen. Ein kleineres Budget, aber auch weniger Zwänge. Es kann losgehen. Herzlich Tita

Email von Tita

Der große Abschied rückt immer näher. Am 18.12. wird Polylux zum letzten Mal ausgestrahlt. Für uns geht damit eine Ära zuende. Fast zwölf Jahre waren wir auf Sendung. Und das mit einem Format, welches man wahrlich nicht als glatt und angepasst bezeichnen kann und das auch nicht nur glühende Fans hatte.

Auf diese zwölf Jahre sind wir schon ziemlich stolz. Wie geht es jetzt weiter? Die Einträge hier und viele mitfühlende Emails von Zuschauern machen Mut. Sie zeigen uns, dass es auch in Zukunft einen Bedarf an Sendungen wie Polylux gibt. An Sendungen, die markant und unkonventionell sind, in denen auch Subkultur und ungewöhnliche Szenen vorgestellt werden, in denen Ironie und Selbstironie erlaubt sind und die visuell die Grenzen immer wieder austesten. Die Redaktion will zusammen bleiben und arbeitet derzeit an neuen Formaten, die die Lücke schliessen sollen, die Polylux hinterlässt.

Am 18.12. wird aber erstmal gebührend Abschied gefeiert. Unter anderen mit unseren Lieblingszuschauern.

Hier wird immer wieder gefragt, was mit Polylog passiert. Die Antwort ist: Wir machen weiter. Wie lange wir durchhalten können, ist offen. Denn so eine Seite kostet ein kleines Vermögen. Vielleicht werdet Ihr hier zukünftig den einen oder anderen Banner erblicken. Aber so lange wir können, werden wir hier weiterhin spannende Diskussionen und gute Filme - auch Eure - anbieten.

So weit erstmal. In Kürze mehr.

Herzlich

Tita

 

 

Die Themen der letzten Polylux-Sendung: 

 

Fightclub: Polylux - das letzte Mal im Ersten

Wie ist das möglich? Eine Podiumsdiskussion aus aktuellem Anlass.

 

Die Ratingshow: Prominente kommentieren Polylux-Perlen

Renate Künast, Clemens Schick, Desirée Nick, Markus Kavka und Manfred Dumke trauern um ihre Lieblingssendung.

 

No Future: Trends, von denen die Welt nichts mehr erfahren wird

Was wird für alle Zeiten verborgen bleiben, wenn die Chronisten von Polylux verstummen? Wir zeigen, was wir noch so alles in der Pipeline hatten.

 

Play it again: Der beste Polylux Beitrag aller Zeiten.

Zuschauer haben  ihren Lieblingsbeitrag aus elf Jahren Polylux gewählt.

 

Kolumne: Henryk M. Broder über die Zukunft des Fernsehens

Fernsehen, wie wir es uns immer gewünscht haben: Unser Lieblingskolumnist macht seinen Frieden mit  Big Brother und Musikantenstadl.

 

Spezial: Der ultimative Rückblick

Ein letztes Mal: Polylux ät it's best.

 

 

 

Wir sind Reporter

Die große Zeitung, die stets nur schreibt, was das Volk lesen will, hat mal wieder einen Coup gelandet. Sie hat sich mit einem Discounter zusammen getan, der dafür berühmt geworden ist, seine Mitarbeiter zu überwachen. Nun lässt die Zeitung von eben dieser Supermarktkette Camcorder verkaufen, mit denen die Leser Bilder von ihren süßen Haustieren und weniger süßen Nachbarn machen können. Doch damit nicht genug: die Knipser sollen die putzigen Filmchen per Knopfdruck direkt auf den Server der Zeitung laden.

 

Wer mitmachen will, kriegt die Kamera für eine handvoll Euro weniger als bei anderen Shops. Genau darauf hat die Welt, Verzeihung-  Bild-  gewartet. Das nette Nachbarn sich gegenseitig mit einem Billig-Camcorder filmen und das Ergebnis an die Zeitung schicken. Werden dabei Werke wie diese entstehen? "Familienvater wirft Weinflaschen in seine Biotonne". 

 

Was für eine tolle Idee! Eine echte Win-Win-Situation für Zeitung und Supermarkt. Das Blatt macht Werbung für den Discounter und sorgt da für satten Umsatz.

Und kriegt dafür die Top-Stories aus deutschen Vorgärten für lau ins Haus geliefert. Kann man dieser Allianz noch irgendwie in die Suppe spucken? Man kann. Dokumentieren Sie doch einfach den dramatischen, wochenlangen  Überlebenskampf ihrer Tomatenpflanzen gegen die Braunfäule. Oder halten Sie mal in vielen eindringlichen Bildern fest, wie sich die Lichtstimmung in ihrer Gästetoilette im Laufe eines Winternachmittags ändert.

Und beglücken sie die Redakteure der bekannten deutschen Tageszeitung mit ihren mehrstündigen Werken.

Film ab!

Polylux

...Donnerstag, 00:00h, ARD.

 

Die Themen:


Fightclub: Klimaschutz wegen Finanzkrise zurückstellen?
Pro: Die Brüsseler CO2-Verordnung wird Arbeitsplätze vernichten.  Blanker Wahnsinn in Zeiten der Wirtschaftskrise!
Contra: Deutschland ist Vorreiter bei den umweltfreundlichen Technologien.
Sie sichern die Jobs von morgen. Aber nur, wenn man sie weiter konsequent fördert.

 

Thema: Adultbabies - Wenn große Leute zum Schnuller greifen

Wie schön und sorglos war doch die Babyzeit. Ohne Stress und Verantwortung. Manche Erwachsene drehen die Uhr einfach wieder zurück - samt  Strampler, Spieluhr und Teddybär.

 

Modern: Mit Hardrock durch die Krise

Heavy Metal behauptet sich als letzter Gewinnbringer der gebeutelten Musikindustrie - weil seine Anhänger so spießig sind.

 

Portrait: Senderchef Frank Lukas

Seit vier Wochen kämpft der 39jährige  mit dem ersten Vollprogramm für Schwule „TIMM TV“ um Marktanteile - und für noch mehr Toleranz gegenüber einer Minderheit in Deutschland.

 

Spezial: Wann wird die Schokoladenzigarrette endlich verboten?

Wer im zarten Alter an den Schoko-Stängeln saugt, wird Kettenraucher, das ist klar. Aber was wird eigentlich aus Kindern, die Schokoaldenweihnachtsmänner vertilgen?

Offliner_ Der neue Gegen.Trend

Ein durchaus probates Mittel, um zumindest ein wenig mediale Aufmerksamkeit zu bekommen, ist das Aufstellen einer These, die entweder der gefühlten Wirklichkeit widerspricht oder so unglaublich banal ist, dass man einfach darüber sprechen muss. Der Trendforscher Matthias Horx hat meine Aufmerksamkeit mit so einer der These bekommen. Er will herausgefunden haben, das ein neuer gesellschaftlicher Trend wäre, "Offline" zu leben.

Die dabei für mich erstaunlichste Erkenntnis laut Focus-Online: "Immer mehr stellt sich heraus, dass virtuelle Welten die realen nur bedingt ersetzen können", sagte Horx. Danke Herr Horx. Ohne Sie würde ich immer noch glauben, dass das wahre Leben bei "Second Life" stattfindet und das  meine MySpace-Freunde mir wirklich helfen würden, wenn es mir mal dreckig geht. Bei Horx heißen die dann auch "Virtuelle Zombie-Freunde". Möglicherweise glaubt ja noch ein Teenager, dass SchülerVZ-Freunde wirkliche Freunde sind, mangels Lebenserfahrung. Über 30-Jährige, die der Anzahl ihrer MySpace-"Freunde" irgend eine Bedeutung geben, können mir allerdings nur noch Leid tun.

Als weiterer Beleg für seine These müssen natürlich auch die Unternehmen herhalten, die Freitags einen Mail-freien Tag einlegen. Ich habe Kollegen, mit denen würde die Kommunikation bedeutend besser laufen, wenn sie wenigstens einmal in der Woche ihre Mails aufmerksam lesen würden.
Horx will inzwischen 2,6 Millionen "Offliner" ausgemacht haben. Diese würden ihre digitale Kommunikation verringern, um mehr Lebensqualität zu haben. Herzlichen Glückwunsch. Wer also nur noch 10 statt zwölf Kurzmitteilungen am Tag verschickt, gehört wahrscheinlich auch schon dazu. Glaube keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast...

Nicht cool, aber ok

Es gibt Dinge, die findet man schon deshalb übel, weil sie von den falschen Leuten gesagt bzw. den falschen Firmen hergestellt wurden. So sind ja bekanntlich Produkte von Apple eher cool und Software oder MP3-Player von Microsoft eher daneben.

Genau aus diesem Grund darf ich das neue Videoportal von Microsoft eigentlich auch nicht gut finden. Warum? Weil es von - Microsoft - ist. Ich finde es aber ganz gut. "Irgendwie". Weil ich mir nämlich Kinofilme in guter Qualität zu Hause am Rechner ansehen kann. In voller Länge. Kostenlos.

Natürlich hat die Sache den einen oder anderen Haken. Mein Test-Netbook ist sofort in die Knie gegangen. Das Bild ruckelte und der Ton war schneller als der Film. Bei einem drei Jahre alten Notebook musste ich erstmal ein update des Flashplayers installieren, obwohl das letzte Update gerade ein paar Wochen her ist. Und mit Firefox kam das Portal auch nicht zurecht.

Richtig glatt lief es erst bei meinem Uralt Desktop-Rechner. Auch mit dem Firefox. Bliebe nur noch die Sache mit der Werbung. Die nervt wirklich. Alle zehn Minuten wird der Film unterbrochen und ein kurzer Spot eingeblendet. Dafür muss ich an verregneten Samstagen nicht mehr in die Videothek laufen und für einen Film doppelt bezahlen, weil ich um 0.45 Uhr keine Lust mehr hatte, ihn noch zurück zu bringen.

Nun gut, die Auswahl ist noch etwas dürftig, aber das Prinzip ist ok. Aktuelle Blockbuster wie den neuen Bond findet man noch nicht, dafür Filme wie die "Nick Leeson Story".

Mal abgesehen davon, dass man sich den neuen Bond nicht unbedingt im Kino ansehen muss (aber das ist eine andere Geschichte), wurde ich allerdings noch vor einem paar Tagen von meinem 20-Jährigem Neffen mitleidig belächelt, weil ich überhaupt noch ins Kino gehe. Der verzogene Bengel hat den Bond natürlich schon auf seiner Festplatte. Ohne Werbeunterbrechung. Aus all diesen Gründen finde ich das Portal zwar nicht wirklich cool - trotzdem ist es ganz klar ein Schritt in die richtige Richtung.

Polylux am Donnerstag

Der Countdown läuft: An diesem Donnerstag gibt es eine der letzten Ausgaben von Polylux: um 23.30h in der ARD.

 

 

Spezial: Die (P)opel-Republik

Ist Deutschland ohne Opel denkbar? Leider nicht.

 

Modern: Der wahre Gewinner der Finanzkrise: Karl Marx

Studenten im Diskussionsfieber, „Das Kapital“ ausverkauft - hatte der alte Zausel am Ende doch recht?

 

Privatsache: Farin Urlaub über Lüge und Wahrheit

Gemeinsam mit dem „Farin Urlaub Racing Team“ hat der Musiker das Album „Die Wahrheit übers Lügen“  veröffentlicht. Farin Urlaub verrät uns, wie ehrlich er wirklich ist.

 

Thema: Global Eyes TV - tue Gutes und mache einen Film darüber

Das Internet kann mehr als Wetter, Sex und YouTube. Bei Global Eyes TV zeigen Jugendliche rund um den Globus ihr Engagement und sagen ihre Meinung.

 

Portrait: Titus Dittmann - der alte Mann und das Board

Nach Börsendesaster und beinahe-Bankrottsteht der "Lord of the Board" wieder sicher auf dem Brett -mit Sechzig!

Einfach nur telefonieren

Damals, also vor drei oder fünf oder sieben oder neun Jahren war das heißeste Mobiltelefon immer eines, welches die besten neuesten Funktionen hatte. Ein Radio. Einen MP3-Player. Eine Kamera. Ein 2 Mega-Pixel Kamera. Eine 3-Mega-Pixel-Kamera. Eine 5-Mega-Pixel-Kamera. Besonders unter Journalisten, die solche Geräte testen durften, kursierte der ewige Witz, dass man mit dem neuen Fotoapparat sogar telefonieren könne. Erst wurden die Dinger immer kleiner, dann wurden sie wieder größer. Der neueste Marketinggag stellt wieder alles auf den Kopf.

Denn nun, im Jahr 2008, hat ein Hersteller allen Ernstes ein Mobiltelefon auf den Markt gebracht, welches tatsächlich nur zwei Dinge kann. Telefonieren und Kurzmitteilungen versenden (und empfangen natürlich). Der Gipfel der Innovation dabei ist, bei Kurzmitteilungen wurde die T9-Funktion gespart. Keine unsinnigen Vorschläge mehr, wenn man eigentlich nur das Wort "und" schreiben will.


Die Zielgruppe ist natürlich vollkommen klar. Die Mobiltelefonie-Industrie will damit auch noch den letzten Technik-Skeptiker mit einem feinen Vertrag oder wenigsten einer Prepaid-Karte ausstatten. Unter dem Motto: Wenn die Kunden schon nicht beim iPhone, beim neuesten Nokia-Alleskönner oder Samsung-Edelhandy leuchtende Augen bekommen, dann müssen wir sie halt damit an der Haken bekommen.

Eigentlich ist ein Telefon, mit dem man nur telefonieren kann, ja eine feine Sache. Eigentlich. Dummerweise soll dieses schlichte Gerät jedoch um die 130 Euro kosten. Einfachheit und Übersichtlichkeit als Luxus?  So wird man wohl kaum Handy-Skeptiker überzeugen. Die wollen nämlich nicht nur ein simples Telefon, sie wollen dafür auch kaum Geld ausgeben.

Aber selbst,  wenn ein Gerät für 20 Euro beim Discounter zu haben wäre, würde wohl längst nicht jeder zugreifen. Immer mehr Menschen wollen einfach nicht mehr ständig erreichbar sein. Auch nicht für geschenkt.

Polylux am Donnerstag

Polylux! Morgen! Donnerstag! 00.35h! ARD!

 

Die Themen:

Fightclub: Lohnerhöhung in Krisenzeiten?
Pro: Nach jahrelangem Aufschwung sind die Kassen der Arbeitgeber noch prall gefüllt. Warum sollen die Angestellten für den Spekulations-Irrsinn der Banken zahlen?
Contra: Wir stehen unmittelbar vor einer Rezession. Wer jetzt noch höhere Löhne fordert, riskiert hunderttausende Arbeitsplätze.

Bombenbasteln - das tödliche Hobby 

Jugendliche mixen Zutaten aus Supermarkt und Gartencenter zu gefährlichen Bomben. Jetzt reagiert die Polizei mit einer bundesweiten Kampagne gegen Bauanleitungen im Internet.

Ginster sucht Lotusblume - Green Dating im Internet  
Ihnen ist Alter, Einkommen und sogar das Aussehen egal. Wenn Ökos im Internet nach Partnern suchen, zählen wahre Werte:  Ernährung, Spiritualität und natürlich Umweltbewusstsein.

Emanzipation 2.0
Chris Köver, Chefredakteurin des „Missy“- Magazins stellt klar: Frauen müssen backen dürfen, sie dürfen allerdings nicht backen müssen.

Anna Maria Mühe und ihr jüngstes Baby...
...der Film "Novemberkind". Die 23-Jährige spielt in dem DDR-Drama eine anspruchsvolle Doppelrolle.

Mal wieder nix verstanden

Zugegeben: Als juristischer Laie ist es so gut wie unmöglich, eine juristisch halbwegs wasserdichte Betrachtung zum Thema "Urheberrecht" zu verfassen. Als Mensch ist es jedoch möglich, mit dem gesunden Menschenverstand zu argumentieren. Man kann es zumindest hin und wieder versuchen. Ende der Vorrede.

Was ist passiert? In Berlin werden Busse, U- und Straßenbahnen von dem Unternehmen BVG betrieben. Dieses Unternehmen wird zum einen aus Steuergeldern und zum anderen aus den ständig steigenden Ticketpreisen der Fahrgäste finanziert. Es wird nicht aus der Privatschatulle eines risikofreudigen Unternehmers getragen. Diese Feststellung ist wichtig, um die folgende Geschichte einzuordnen.


Nun hat, nach einem Bericht der taz , ein Student ein kostenloses Programm entwickelt, mit dem Besitzer eines iPhones sich schnell die nächsten Verbindungen anzeigen lassen können. Man könnte die Geschichte auch anders erzählen. Ein 21jähriger Depp schenkt der Welt ein Programm, für das andere Firmen sechsstellige Beträge zahlen würden.

Und was macht die BVG? Sie zwingt den Programmierer dazu, den Streckenfahrplan aus der Programm zu entfernen, weil sie ihr Urheberrecht verletzt sieht.

Es ist zum Heulen. Ein mit öffentlichen Geldern finanziertes Unternehmen verbietet eine kostenlose Software, die zum Wohle aller programmiert wurde. Der Streckenplan, um den es hier geht, wurde nicht von einem Künstler aus eigene Rechnung erstellt. Sondern mit öffentlichen Geldern. Das mit öffentlichen Geldern finanzierte Unternehmen beschäftigt statt dessen Menschen, die die Chancen der neuen Technologien nicht verstehen und das auch gar nicht wollen.

Vielleicht sollten sie dazu einfach mal den Studenten fragen, der die nützliche Applikation erfunden hat. Er wird es den Damen und Herren sicher gern erklären.

 

Schreibt,

Götz

Das digitale Müllproblem

Ganz sicher hat der Sicherheitsexperte Bruce Schneider recht, wenn er davon spricht, dass "Daten das Müllproblem der Informationsgesellschaft" sind.

Auch ich habe ein Müllproblem, aber damit bin ich wohl nicht alleine. Deshalb habe ich gestern angefangen, aufzuräumen. Nicht meine Wohnung. Die sieht gar nicht so schlimm aus. Ich habe mir mein E-Laufwerk vorgeknöpft. Dort allerdings nur den Ordner "Bilder" aus dem Jahr "2007". Geburtstage, Hochzeiten, Spaziergänge. Hunderte Fotos, die vielleicht das damals frisch verheiratete Paar oder die Geburtstagskinder interessieren. Mir sind sie inzwischen aber egal. Und das ist erst der Anfang.Da ich mir nicht sicher war, ob die lieben Leute auch wirklich alle Bilder von mir bekommen haben,  habe ich mich nicht getraut, einfach alles zu löschen. Statt dessen habe ich brav von jedem Ordner eine Kopie auf einer CD gemacht. Ich habe das Müllproblem also geschickt in ein Regal verlagert. Auf meiner Festplatte ist dafür wieder etwas mehr Platz. Obwohl das ja eigentlich gar nicht nicht mein Problem war.

Die Frage ist doch viel mehr: Wie viele Daten muss ein Mensch anhäufen? Müssen wir wirklich jede Word-Datei und jedes Foto aufheben, was wir jemals produziert haben? Sollte man dem Speicherwahn eine Grenze setzen? Und eine neue Maßeinheit erfinden? GB/P - GigaByte pro Person. Und wer die 5 GB/P überschreitet, muss in Zukunft Datenmüllsteuer bezahlen? Und gibt es dann einen Freibetrag für Lieblingsmusik und Filme? Fragen über Fragen.

Aber keine Sorge, dieses Gesetz wird nicht kommen. Die Lobbyisten aus der Wirtschaft und zukünftige Innenminister werden es zu verhindern wissen. Denn ohne unsere Telefonverbindungs.Einkaufslisten.Bewegungsprofil.Daten sind wir als Menschen in der modernen Informationsgesellschaft doch nur noch halb so viel Wert. Für die, die alles über uns wissen wollen.

 

Schreibt Götz

Was ist los bei MTV?

Entlassungswelle und Formatsterben - ist Musikfernsehen tot? Ray Cokes und andere Auskenner analysieren bei Polylux die Krise - am 30.10. um 23.45h in der ARD.

 

Die Themen der Sendung:

 

Fightclub: Alkoholverbot in der Öffentlichkeit

Hält das die Jugend vom Saufen und Randalieren ab?

 

Mit Bart, Bauch und Charme

Überstunden in der Muckibude bringen nichts mehr. Echte Kerle verraten, wie sie reihenweise Frauenherzen brechen.

 

Nachhaltiges Nachtleben

Bisher war Umweltschutz ein Thema für Bionade-Spießer. Jetzt wollen auch Hipster korrekt feiern. Die Clubszene entdeckt ihr grünes Gewissen.

 

Bonaparte

Bonaparte ist die schrägste Newcomer-Band der letzten Jahre. Konzertbesucher werden von den Musikern mit  paranoidem Fruchtsalat und boxenden Ziegen traktiert.

 

Das Ende des Musikfernsehens

MTV und Viva streichen ihre Etats zusammen. Fans dürfen sich in Zukunft Klingeltöne anhören und US-Reality-Shows genießen.

 

Böse Buben

Auch wenn viele sich das vielleicht nicht vorstellen können, es ist durchaus möglich, ein Leben ohne Microsoft zu führen. Ok, es ist nicht ganz einfach, wenn man weder Nerd noch Apple-Computer Besitzer ist. Aber auch mit einem Windows-PC kann man, vom Betriebssystem mal abgesehen, eigentlich ganz gut auf Produkte aus dem Hause Microsoft verzichten.

Viele Chinesen werden in Zukunft möglicherweise genau das machen. Denn Microsoft will die Chinesen erziehen. Etwa 90 % von ihnen arbeiten mit unlizensierter Software von MS. Die Firma aus Redmont verdient also keinen Cent an und mit ihnen. Finden die Amerikaner natürlich irgendwie blöd. Deshalb hat Microsoft ein Software-Update dazu genutzt, die nicht lizensierten Programme ein wenig zu modifizieren.

Rechner, die eine bestimmte Gültigkeitsprüfung nicht bestanden haben, schalten einmal pro Stunde auf einen schwarzen Bildschirmhintergrund um. Zudem erscheint noch ein Pop-up, das vor dem Gebrauch nicht lizensierter oder gefälschter Software warnt.

An dieser Stelle muss ich leider zugeben, auch wenn die Aktion aus vielerlei Gründen nicht ok ist, ich musste doch ganz schön grinsen.

So möchte man natürlich nicht den eigenen Rechner ausspionieren lassen. Aber lustig ist die Aktion doch irgendwie.

Aber, liebe MS-Programmierer, ich hätte da einen Wunsch. Könntet Ihr nicht die Klospülung von Hundebesitzern in Berlin, die den Kot ihrer kleinen Sch**** nicht wegmachen, bitte umprogrammieren. Und zwar so, dass deren Spülung immer erst nach einer Stunde Verzögerung ihren Job macht? Dann könnte ich wieder spazieren gehen, ohne dass ich ständig auf den Boden schauen muss.

Ich werde eure überteuerten Office-Pakete zwar trotzdem nicht kaufen, dafür nutze ich sie aber auch nicht. Schließlich gibt es feine Alternativen.

Krisenkrastination bei Polylux

Bei Polylux geht es um die Marie, den Zaster, die Pinke, das Moos. Die Herren Banker warfen ja voll neoliberal die Taler mit der Schauffel aus dem Fenster - bis es krachte, dann rettungspackete und nun vielleicht bald wieder krachen wird - da sollen doch noch ein paar faule Kreditkartenkredite auf den Festplatten schlummern...

Mit der Boheme von heute wäre das nie und nimmer passiert. Bei Prokrastinierern wie Sascha Lobo und Kathrin Passig würde die Krise einfach mal so weit in die Zukunft geschoben werden, bis der Ausbruch höchstens von unseren Urururururenkeln erlebt werden dürfte und da wäre die Klimakatastrophe nach neuesten Rechnungen bekanntlich schneller.

Doch bis es soweit ist und sich die neue Trendkrankheit Nummer Eins durchsetzt, hält uns noch die Großmutter mit ihren geplatzten Lehman-Brothers-Zertifikaten auf Trab. Höchste Zeit also für eine Zwischenbilanz - mit der Besprechung einer tollen Dokumentation von Erwin Wagendorf - heute um 23:45h in der ARD:


Prokrastination - Aufschieben für Profis

Das Verdrängen von unangenehmen Aufgaben mausert sich zur Trendkrankheit Nummer Eins.

 

Weltweiter Finanzcrash? Na endlich! 

Der Film „Let´s make MONEY“ und die Enthüllungen eines Londoner Ex-Bankers machen klar: Gelangweilte, zynische Bankerverzocken unsere Ersparnisse noch vor der Mittagspause. Gut, dass es damit endlich vorbei ist.

 

Stefan Kretzschmar

Der 35-Jährige Frührentner über das Leben nach dem Handball- und Prominenten-Ruhm.

 

Erste Stunde: "Ego-Googeln"

Woche für Woche werden die tollsten Umfragen und Studien veröffentlicht. Ganz oben auf der Hitliste stehen Themen wie: "Was Frauen an Männern hassen" oder auch "Was Männer an Frauen toll finden." Normalerweise wird dabei dann noch der Name einer Zeitschrift erwähnt, die diese Umfrage in Auftrag gegeben hat. Damit offenbart sich dann auch schnell der Sinn der jeweiligen Umfrage: Die auftraggebende Zeitschrift wollte mal wieder in der Presse erwähnt werden.Die folgende Umfrage hat dann aber leider doch einen ernsteren Hintergrund. Eine vom Branchenverband Bitkom veröffentlichte repräsentative Studie kommt nämlich zum dem Ergebnis, das ein Drittel der Bundesbürger gelegentlich oder oft den eigenen Namen durch eine Suchmaschine jagt. Das kann man nun als "Ego-Googeln" verspotten. Ich plädiere allerdings dafür, das ganze im Schulunterricht zu behandeln.

Warum? Ein lustiges Foto von einer noch viel lustigeren Party landet schneller im Netz, als man wieder nüchtern ist. Wenn man dann dummerweise keinen Zugang zu dem Account mit den lustigen Fotos hat, kann das böse Erwachen auch erst beim nächsten Vorstellungsgespräch kommen. Und Infos und Bilder, die das Internet erst einmal geschluckt hat, spuckt es dummerweise so schnell nicht wieder aus. Menschen mit hinreichend Lebenserfahrung sollte das klar sein, 12-Jährigen aber vielleicht noch nicht.

Damit die lieben Heranwachsenden also lernen, dass das Internet eigentlich nichts vergisst bevor sie sich bei myspace, schülervz und Co. verewiglichen, sollte "Ego-Googlen" ganz oben im Lehrplan stehen. Und wer weiß, was mancher Junglehrer dabei noch über sich erfährt.

Polylux: Urbane Leidenschaften

Am 16.10. sendet Polylux ein Best-Of mit dem Oberthema "Urbane Leidenschaften".

Wann und wo? 23.45h in der ARD - nach Schmidt & Pocher.

 

Die Themen der Sendung:

RealDolls - wenn Männer Puppen lieben
Die neuen Traumfrauen sind 1,65 m groß, 50 Kilo schwer - und bestehen aus Silikon. Manche Männer können nicht mehr ohne sie leben.

Typografie für Jedermann
Die E-Mail hat den Brief verdrängt - dank neuer Software kann sich nun jeder seine eigene digitale Handschrift entwickeln.

Die Jumpstyler kommen!

Mit Sidekick, Twist und Backflip hüpfen Jugendliche bei 150 beats per minute durch Diskotheken und Supermärkte.

Martin Reichert  über die „Generation Umhängetasche“
In seinem Debütroman „Wenn ich mal groß bin“ erklärt Martin Reichert  infantilen Hipstern, wie sie doch noch erwachsen werden könnten.

Rummelsnuff - der Amboss aus Fleisch

Mit seinem Album „Halt durch“ liefert der Berliner Türsteher den
Soundtrack zum erotischen Nahkampf im Darkroom.

Lexikon: Selbstentblößung im Internet, die
Wozu eigentlich Vorratsdatenspeicherung und Online-Überwachung? Im Netz offenbaren die Deutschen freimütig ihre intimsten Geheimnisse.

Drailing und der "Water and Bed for You"-Modus

Google-Mitarbeiter sind manchmal wirkliche Spaßvögel. Oder vom Leben gezeichnet. Je nach Sichtweise. Ein Google-Programmierer muss jedenfalls furchtbar schlechte Erfahrungen nach einer durchzechten Nacht gemacht haben. Das kleine Tool "Mail Goggles" lässt vermuten, dass er nach so einer Sause mal eine Mail verschickt haben muss, die er besser nicht geschrieben hätte. In den USA hat dieses Phänomen schon einen Namen: Drailing - drunken mailing. Deshalb hat der Google-Mann dann wohl "Mail Goggles"  erfunden, eine kleine Sperre für Googles webbasiertes E-Mail-Programm Gmail.

Wer will, kann damit Gmail so einstellen, dass man zum Beispiel in der Nacht von Freitag auf Samstag Mails nur noch verschicken kann, nachdem man eine Aufgabe gelöst hat. Die Aufgaben können in fünf Schwierigkeitsstufen abgerufen werden. Das Prinzip ist denkbar einfach. Fünf Aufgaben in 60 Sekunden.

Stufe zwei zum Beispiel ist durchaus noch autofahrtauglich. Aufgaben wie: 4*11. Die Aufgaben der Stufe drei sind mir allerdings nüchtern schon nicht mehr ganz leicht gefallen. Wiederum in 60 Sekunden sollte ich - natürlich im Kopf - fünf Aufgaben von der Sorte 378+156 ausrechnen.

Hat mit ein wenig Konzentration dann aber doch noch geklappt. Allerdings erst im zwei Versuch. Beim ersten habe ich mich wenigsten einmal verrechnet. Die Mail wurde nicht verschickt. Statt dass kam die charmante Mitteilung: "Water and Bed for You - Or try again."

Der Programmierer sollte den Friedensnobelpreis bekommen. Unter einer Bedingung: Er schafft es, dass dieses Tool vor sämtliche Kommentarfunktionen von Blogs und Foren geschaltet wird. Dann würden die Pöbler, die sich zum Beispiel immer im Heise-Forum herumtreiben, hoffentlich endlich draußen bleiben.

Zuckerberg bei Polylux

Er ist einer der jüngsten Milliardäre der Welt: der Gründer des Social Networks Facebook Mark Zuckerberg. Bei seinem Besuch in Berlin und gab er Polylux ein Interview, das hier zu sehen ist. Am Donnerstag wird ein Ausschnitt des Interviews mit Mark Zuckerberg bei Polylux gezeigt - um 23.45h in der ARD mit Tita von Hardenberg.

 

Die Themen diese Woche:

 

Fightclub: Bundeswehr als Hilfspolizei?

Eine Grundgesetzänderung damit die Bundeswehr künftig präventiv gegen Terrorismus vorgehen kann?

 

Rufmord 2.0?

Naiver Daten-Exhibitionismus rächt sich spätestens bei der Jobsuche. Wer hilft, den versauten Ruf im Netz zu reparieren? 

 

Kalkulierte Randale  als Punkfilmpromotion

Jungregisseur und Ex-Punk Tarek Ehlail hat einen Film über die Chaostage in Hannover gedreht. Zur Premiere reagierte das Punkpublikum wunschgemäß mit Rabatz.

 

Peter Detert über die Borderline-Gesellschaft

1,6 Millionen Deutsche leiden am Borderline-Syndrom. Die Innenansicht eines Betroffenen.

 

Bungee und Hüpfburg - Deichkind sind wieder da!                    

Die Bühnenshow der Hamburger Electro-Hopper ist legendär.

 

Die Angst vor dem Verlieren

Schon oft habe ich Kopf schüttelnd Auktionen bei eBay beobachtet. Zum einen werde ich nie verstehen, warum Menschen schon Tage vor dem Ende einer Auktion ein Gebot abgeben, um Sekunden später von einem Bietagenten oder Fakebieter überboten zu werden.

Zum anderen ist mir vollkommen unklar, warum manche Zeitgenossen für gebrauchte Gegenstände bei eBay beinahe den Neupreis bezahlen, oft sogar noch mehr! Nun steht der in der Regel nicht neben den gebrauchten Artikeln, lässt sich aber online meist innerhalb von Sekunden in Erfahrung bringen.

Für Anbieter ist es natürlich erfreulich, dass immer wieder eBay-Nutzer bereit sind, für ein Produkt viel zu viel zu blechen. Wissenschaftler der Universität New York haben das Phänomen untersucht und sind zu dem bemerkenswerten Ergebnis gekommen, dass Teilnehmer von Online-Auktionen einfach schlechte Verlierer sind. Aus Angst vor dem Verlust ihres Ansehens würden viele zuviel zahlen, so die Wissenschaftler.

Oder einfach, weil sie eben Angst haben, zu verlieren. Bedauernswerte Zeitgenossen. Verlieren lieber Geld, statt eine Auktion zu verlieren, von der eh niemand weiß, dass der vermeintliche Verlierer an ihr teilgenommen hat. Dieses Ergebnis der Wissenschaftler finde ich um so erstaunlicher, als dass einen bei eBay doch eigentlich niemand kennt.  Also kann man auch kaum ein Ansehen verlieren. Bei wem auch immer.

Polylux am 02.10.2008 - um 23.30h in der ARD

Ihr könnt Euren Augen trauen. Bei Polylux gibt es mal wieder einen Beitrag über Drogen, nein nicht nur einen - gleich zwei und wenn man die eigentümliche Bezeichnung dieses Nerd-Sports mitrechnet ..., ok, das ist dann wohl doch etwas weit hergeholt.

Apropos weit. Warum in die Ferne schweifen. Kerosin ist doch eh zu teuer und dann laufend diese Piraten, Terroristen und Andenkenhändler an der Backe. Zuhause ist es doch am schönsten. Jedenfalls kann man bei der Ankunft in den eigenen vier Wänden ganz gut auf ein Spalier von KSK und GSG 9 verzichten. Was sollen denn die Nachbarn denken.

Ach und Satirechef Martin Sonnenborn lässt anlässlich des 3. Oktobers die DDR hochleben.

 

 

Die Themen:

 

Fightclub: Risiko-Urlauber an Befreiungskosten beteiligen?

Pro: Was haben Touristen eigentlich am Rand von Krisengebieten zu suchen? Lösegelder und Befreiungsaktionenverschlingen Millionensummen. Wer sich in Gefahr begibt, sollgefälligst einen Teil davon übernehmen!
Contra: Wollen wir die Reisefreiheit einschränken?  Touristen sorgen für Jobs,  Wohlstand und Aufklärung  in armen Weltregionen. Wir dürfen sie nicht ihrem Schicksal überlassen, wenn sie in Not geraten!

 

Spice - das legale Marihuana

Spice ist die neue Lieblingsdroge vieler Jugendlicher. Die ominöse englische „Kräutermischung“  aus dem Teebeutel ist aber gefährlicher,  als sie aussieht.

 

„Berlin Calling“

Der DJ Paul Kalkbrenner spielt in seiner ersten Kinohauptrolle ausgerechnet einen DJ zwischen Techno, Drogen und Sex. Der bisher authentischste Film über die Berliner Partyszene.

 

Geo-Hashing: Freizeitvergnügen für Nerds 

Ein Hobby für Eroberer: Mit einem komplizierten Schlüssel errechnen IT-Spezialisten Koordinaten irgendwo in Deutschland - und fahren hin.

 

Martin Sonneborn - Erbauliches zum Tag der Einheit

Der Bundesvorsitzende der Partei „Die Partei“ weiß: Die DDR hat es nie gegeben - und außerdem war sie das bessere System.

 

 

Der CD-Nachfolger

Manche PR-Abteilungen verdienen wirklich meinen Respekt. Zum Beispiel die der Firma SanDisk. Die hat über die Nachrichtenagenturen verbreiten lassen, dass man den CD-Nachfolger auf den Markt bringen wird. Wow! Den CD-Nachfolger. Das klingt so beeindruckend, dass die Welt in ihrer Online-Ausgabe glatt einen Artikel mit der Überschrift "CD-Nachfolger soll die Musikindustrie retten" veröffentlichte.


Dummerweise ist der CD-Nachfolger nichts weiter als eine kleine Speicherkarte, auf der bereits Musik im mp3-Format gespeichert ist. So ein Produkt kann inzwischen jeder 12-jährige mit durchschnittlichen Computerkenntnissen befüllen und auf dem Schulhof verteilen.

Ein Pressemitteilung mit dem Inhalt: Firma X verkauft ab November Speicherkarten, auf denen bereits Musik abgespeichert ist, hätte maximal ein paar Webportale interessiert, die ihre Seiten grundsätzlich nur mit nachgedruckten Pressemitteilungen füllen. Damit noch ein paar mehr diesen Unsinn schreiben, wurde also gleich der CD-Nachfolger ausgerufen.
Dabei werden die mit Musik befüllten Speicherkarten mit einem Preis von sieben-zehn Dollar ja durchaus bezahlbar angeboten. Trotzdem stellt sich die Frage, warum man sie kaufen sollte, wenn man heute schon für CDs kein Geld mehr ausgeben will. Wo doch der Trend bei wirklichen Musikliebhabern ja ohnehin zurück zur antiken  Vinylschallplatte geht. Und diejenigen, die heute lieber mit ihrer mp3-Sammlung ("meine 240 GB -Platte ist dickevoll") prahlen, tauschen ihre Musik ja eher, als sie zu kaufen...

pOlYlUx

Religion, Mobbing, Konsum - das sind die Themen von Polylux.
Am Donnerstag um 23.45h in der ARD - mit Tita von Hardenberg.


Zum Mitschreiben:

1. Fightclub ReligionsunterrichtMuss es den auch in Berlin geben oder ist das Zwangsmissionierung?

2. Cyber-Mobbing - setzt es jetzt statt Schulhofprügel HassVZ?

3. Graffiti als Geldanlage - das Ende von Street Art?

4. Konsumierst du noch oder prosumierst du schon?

5. Stipe Erceg - vom Spaßrevoluzzer zum RAF-Terrorist

Der Ausknopf

Die Deutschen können einem schon Leid tun. Auf der einen Seite wollen die meisten zwar immer erreichbar sein, auf der anderen Seite fühlen sie sich aber manchmal von der zunehmenden Informationsflut gestört. Das berichtete jedenfalls die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe und bezog sich dabei auf eine neue Studie des Branchenverbandes Bitkom.

Diese Studie hat eine durchaus erstaunliche Erkenntnisse zu Tage gebracht: Jedem Zweiten passe es nicht, wenn andere ständige Erreichbarkeit von ihm erwarten. Ich hätte bei diesem Punkt  eine deutlich höhere Zahl erwartet. Zumal in meinem Freundeskreis ein interessanter Trend zu beobachten ist: Der zur ausgeschalteten Mailbox. Entweder, man geht ans Telefon, oder eben nicht. Wer etwas von einem will, soll es halt später nochmal versuchen. 

Wer dabei auch noch konsequent ist - herzlichen Glückwunsch. Jegliches Verständnis fehlt mir hingegen für die Wichtigtuer, die ans Telefon gehen um mir genervt mitzuteilen, dass ich jetzt gerade störe und es jetzt überhaupt nicht geht. Wenn sie in dieser Situation einfach nicht ans Telefon gehen würde, hätte ich Geld das sparen können.
 
Deshalb gibt es gratis einen kleinen Handlungsfaden gegen die "immer.erreichbar.informationsflut."

1. Man muss nicht immer erreichbar sein

2. Wer glaubt, dass er immer erreichbar sein muss, ist nicht so wichtig , wie er denkt

3. Man kann Telefone auch ausschalten

4. Wer trotzdem ans Telefon gehen muss, auch wenn es eigentlich überhaupt nicht passt: Bitte verschont mich mit eurer schlechten Laune!

Vielen Dank!
 

Petzen 2.0

Die Amis sind schon voll krass innovativ. "Wer in New York ein Verbrechen oder eine Beschwerde melden will, kann dafür künftig auch Bilder und Videos per Handykamera oder Computer an die zuständigen Stellenschicken", meldet nicht nur die Süddeutsche Zeitung.

Damit die Videos auch alle ausgewertet werden können, wurden eigens 12.000n eue Computer gekauft und installiert. Und jede Menge neuer Stellen
geschaffen! Ist bestimmt ein cooler Job, sich den ganzen Tag Snuff-Clips von
der Straße anzuschauen.

Ganz nebenbei stellt sich allerdings die Frage, ob ich in Zukunft beim
Popeln auf dem Heimweg gefilmt werde und dafür wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses angezeigt werde. Bestellt man mich zur nächsten Polizeidienststelle zwecks Klärung einer Straftat? OK, ich gebe es ja zu - wenn mich mal wieder ein dämlicher Autofahrer fastüber den Haufen fährt,  denke ich wie stets  "Du A****, ich zeig Dich an!"

Aber wird unsere  Welt wirklich besser, wenn jeder jeden filmen darf und die
Polizei sich das dann auch noch anschaut?

Wer seinen filmischen Schaffensdrang nicht unter Kontrolle hat,  muss ja zum
Glück nicht gleich die Polizei einschalten. Wir von Polylog schauen uns im Wildpark auch gerne kurze, gut gemachte Filme an.

Und wir verhängen auch weiterhin keine Bußgelder - versprochen!

Schreibt,
Götz

Heute Polylux einschalten!

Heute ist es endlich so weit - um 23.30h in der ARD: Polylux ist aus der langen Sommerpause zurück. Ja wirklich, echt, könnt ihr glauben, die Sendung gibt es noch.

Die Themen: 

Im Fightclub geht es um das vom EU-Parlament geplante Verbot frauenfeindlicher Werbung. Christian Ulmen erklärt, was sich hinter Fremdschämen verbirgt. Manfred Dumke erzählt, wie es ist, plötzlich ein Internet-Star zu sein. Stuart Pigott rät mit guter Laune zum besten Wein. Die Mathematik-Studentin Sonia Rossi berichtet von ihrem Doppelleben als Hure und Studentin. Und warum sieben Jahre nach 9/11 immer neue Verschwörungstheorien hochkochen, wird in der Reportage thematisiert.

 

Ich will auch einen Pornoknopf

Die gefühlte mediale Aufregung hätte größer kaum sein können. Jedenfalls kommt es mir in vergangenen Tagen so vor, als ob die schon recht große Hysterie bei der Vorstellung des ersten iPhones nochmal getoppt wurde. Und clever gemacht war es ohnehin. Die angebliche versehentliche Veröffentlichung der Beta-Version von Chrome, dem Google-Browser. Ein kleines Stück Software, welches es sogar in die Fernsehnachrichten geschafft hat. Herzlichen Glückwunsch, dieser Coup ist Google zum 10. Geburtstag (am 7. September) wirklich gelungen und wird für Marketing-Professoren in Zukunft sicher ein prima Lehrbeispiel abgeben.


Eines der bemerkenswertesten Details von Chrome ist dann doch der sogenannte Pornoknopf. Dieses "Inkognito-Fenster" im Browser soll  dafür sorgen, dass  keine temporären Dateien, keine Cookies oder Verlaufsprotokolle abgespeichert werden.

So einen Pornoknopf wünsche ich mir für die Zukunft auch für das richtige Leben, wenn ich beispielsweise mal etwas wirklich dämliches sage, dazu noch zu jemandem, der nachtragend ist. Wie praktisch wäre da so ein P-Knopf, um das gesagte einfach aus dem Gehirn des anderen zu löschen.

Besonders angenehm dürfte die Funktion bei (Ex-)Lebenspartnern sein. Sobald eine beleidigte "Du hast doch aber vor 14 Monaten mal gesagt, dass Du in Zukunft jeden 2. Samstag das Bad putzen willst..."-Diskussion losgeht, einfach den P-Knopf drücken und in Ruhe die Sportschau sehen. Auch Arbeitnehmer dürften diese Funktion lieben, insbesondere, wenn sie von ihren Chefs unbeliebte Aufgaben zugeteilt bekommen.  Einfach den P-Knopf beim Chef drücken und in Ruhe weitersurfen.

Vermutlich hätte diese Erfindung irgend einen Haken. Er will mir nur gerade nicht einfallen...

Mal wieder fehlgeleitet

Oh nein, nicht schon wieder! Schnell hatte ich die ersten drei Buchstaben der Adresse eingetippt, sie automatisch vom Mail-Programm vervollständigen lassen - und weg war sie, die eilige Post für meinen Steuerberater.

Am nächsten Tag dann die zickige Antwort einer mir unbekannten Dame. Was ich ihr mit der Auflistung meiner freiberuflich erwirtschafteten Honorare 2007 eigentlich mitteilen wolle? Und welcher fiese Virus sich hinter dem Anhang mit der merkwürdigen Datei verberge?

Wieder einmal hatte ich im Stress nicht genau in die Adresszeile geschaut - und das Mailprogramm der Redaktion hatte irgendeinen Empfänger eingetragen. Die Falle „Autovervollständigen". Trotz aller Vorsicht passiert mir das inzwischen regelmässig.

Zum Glück bin ich nicht der Einzige. Vor kurzem durfte ich Zeuge einer delikaten Debatte über die vorhandenen und nicht vorhandenen Fähigkeiten eines Kollegen werden, weil einer der Beteiligten einen falschen Mail-Verteiler komplett damit bedient hatte. Das war aufschlussreich und amüsant! Auch die anderen 17 Empfänger dieser Mails sahen das so.

Nur der betroffene Kollege nicht.

Was lerne ich aus diesen Missgeschicken?

1. Ich sollte mir in Zukunft mehr Zeit nehmen und die Adressen der Empfänger genau überprüfen.

2. Ich sollte besser keine Dinge über Dritte in Mails schreiben, die ich diesen nicht auch ins Gesicht sagen würde.

3. Im Zweifel, telefonieren oder Probleme von Angesicht zu Angesicht klären.

Schon wollen erste Ratgeber dem Problem Abhilfe schaffen. Ein aktueller Bestseller in den USA trägt den klugen Titel: „Erst denken, dann senden!"

Den Kauf kann man sich sparen - der Titel sagt alles Wesentliche dazu.


Das chinesische Modell

Nein, hier soll es nicht um die Olympischen Spiele gehen. Darueber berichten andere besser. Dieser Text handelt von einem Thema, das seit Jahren für aufgeregte Debatten, heftige Gerichtsurteile und überbezahlte Anwälte sorgt. Es geht um sogenannte illegale Musikdownloads, also um kostenlose Downloads, die von den Inhabern der Rechte dazu nicht freigegeben wurden.

Besonders in China gehen der Musikindustrie nach eigenen Berechnungen jährlich mehrere 100 Millionen Dollar verloren. Über diese Zahl kann man immer diskutieren, darum soll es hier aber auch nicht gehen. Sondern um ein neues Geschäftsmodell, mit dem Google in China die Musikindustrie und natürlich sich selbst glücklich machen will. Die Idee ist denkbar einfach.

Nach einem Bericht der taz hat Google in China eine eigene Musiksuchmaschine aufgebaut. Die verlinkten Songs können kostenlos heruntergeladen werden - mit dem Segen der Musikindustrie. Die kassiert von Google Lizenzgebühren und die Kalifornier versuchen die Ausgaben über Werbung zu refinanzieren. So einfach ist das.

Da die Staatsanwälte in Deutschland auch keine Lust mehr haben, Nutzer von Tauschbörsen zu jagen und das Geschäftsmodell CD-Verkauf schon lange keine tollen Umsätze mehr beschehrt, ist es vielleicht auch nur noch eine Frage der Zeit, bis sich werbefinanzierte Downloaddienste auch hierzulande etablieren.

Call a Pizza und ´ne Tiefkühltruhe

Zuweilen machen mich die Argumente unserer Bundesminister ratlos. Jüngstes Beispiel: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Die Geschichte: Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf zum Schutz der Verbraucher vor unerlaubter Telefonwerbung verabschiedet. Das ist total prima. Nur hätte das Gesetz im Sinne der Verbraucher noch deutlich schärfer ausfallen müssen.

Der Gesetzentwurf enthält als wichtigste Neuerung eine 14-tägige Widerspruchsfrist bei Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements und Lotto-Verträgen, die telefonisch abgeschlossen wurden. Verbraucherschützer hingegen verlangen schriftliche Verträge für alle Geschäftsbereiche. Frau Zypries hat dies abgelehnt, da nach ihrer und der Ansicht ihrer Experten zahlreiche Telefon-Verträge "gut" funktionierten. Das reiche vom Pizza-Service bis zur Bestellung großer Geräte.

Liebe Frau Zypries, ich und niemand den ich kenne wurde jemals von einem Pizza-Service angerufen, der seine neuesten Kreationen schmackhaft machen wollte. Auch hat - bislang zumindest - noch nie jemand versucht, mir am Telefon eine Tiefkühltruhe zu verkaufen.

Besonders das Pizza-Service-Argument ist wirklich absurd. Hier besteht ja wohl kaum die Gefahr, dass man überrumpelt wird. Und selbst wenn wäre der finanzielle Schaden überschaubar.

Was Verbraucher wirklich schützen würde, wäre eine Regelung, nach der am Telefon geschlossene Verträge, die über eine einmalige Dienstleistung wie Pizza bringen hinausgehen, die Unterschrift des Verbrauchers notwendig machen. Meine Oma wäre mit der Möglichkeit des schriftlichen Widerspruchs überfordert gewesen. Sie hätte ihren Lotto-Vertrag gehabt. Schriftliche Verträge nach einem Verkauf am Telefon hingegen würden Abzockern das Leben deutlich schwerer machen. Vor allem, wenn man unverlangt angerufen wird.

 

Schreibt,

Götz

Gute Nacht

Unser Innenminister ist ein fortschrittlicher Mensch. Damit wir in Zukunft sicher im Internet einkaufen können, am Flughafen sicher als friedlicher Bürger identifiziert werden und mehr Platz in der Brieftasche haben, dafür hat er sich den neuen elektronischen Personalausweis ausgedacht.

Wie jeder geschickte Verkäufer hat er uns natürlich nur die Vorzüge angepriesen. Und da ihm schon klar war, dass ein Aufschrei durch das Land gehen würde, wenn das Abspeichern von Fingerabdrücken zur Pflicht würde, hat der kluge Mann dafür gesorgt, dass dies nur freiwillig geschehen soll.

Ich werde meine Fingerabdrücke ganz sicher nicht ohne Not herausrücken und abspeichern lassen. Allerdings befürchte auch ich, dass mir irgendwann nichts anderes mehr übrig bleiben wird, weil sich sonst bestimmte Dienstleister weigern könnten, ihren Job zu machen.

Da drängen sich mir Fragen wie diese auf: Werde ich ohne abgespeicherte Fingerabdrücke noch in die Staaten reisen können - oder nach Kanada mit US-Zwischenstopp? Kann ich ohne Abdrücke noch ein Auto oder eine Wohnung mieten?

Nein, auch nach längerem Nachdenken komme ich zu dem Schluss, dass ich keine Karte mit mir herumtragen möchte, die alle möglichen Daten von mir abgespeichert hat. Auch wenn dann alles sicherer sein soll.

Vorgestern habe ich meine Brieftasche verloren. Ich hatte Glück. Der ehrliche Finder hat mich umgehend angerufen, wenige Stunden später hatte ich die Brieftasche wieder. Es hätte aber auch anders kommen können. Und wenn dann auf dem Ausweis Daten gespeichert sind, die mich im Internet beim Einkaufen identifizieren, obwohl ich vielleicht gar nicht ich bin, der da einkauft, dann gute Nacht. Von anderen mögliche Verwechslungen mal abgesehen.

Vielleicht sind meine Ängste ja vollkommen unbegründet, das seltsame Baugefühl bleibt aber. Irgendwie.

 

Schreibt,

Götz

Das Häkchen unter dem Vertrag

Auch wenn ich als juristischer Laie bei höchst richterlichen Urteilen nie ganz sicher bin, ob ich sie richtig verstanden habe; bei der nun folgenden Entscheidung scheint mir die Sache doch eindeutig.

Der Bundesgerichtshof hat diese Woche die Vertragsklausel eines Rabattkartenanbieters gekippt. Demnach müssen Verbraucher in Zukunft dem Empfang von Werbe-SMS und Mails zustimmen, und nicht, wie bisher praktiziert, den Empfang verweigern. Das Verfahren wird auch als „Opt-In“-Prinzip bezeichnet.

Bisher läuft es ja so, dass irgendwo am ganz weit unteren Ende des Vertragspapiers ein Kästchen mit dem Hinweis versteckt ist, wenn ich hier mein Kreuzchen mache, werden meine Daten nicht für Werbezwecke verwendet. Dieses Häckchen wird nur zu gerne übersehen - schnell beginnt dann der Ärger.

Daten- und Verbraucherschützer sind aber immer noch unzufrieden. So fordert der Bundesdatenschutzbeauftrage Peter Schaar, dass das "Opt-In"-Prinzip nicht nur für diesen Einzelfall sondern generell gelten solle: "Wie im Internet sollte der Kunde generell aktiv entscheiden, ob er Werbung erhalten will, etwa indem er ein entsprechendes Kästchen ankreuzt", berichtet Heise.de.

Dabei sei an dieser Stelle nochmal darauf hingewiesen, dass die Rabatte der Rabattkarten in der Regel so mickrig sind, dass sich die Unterschrift unter solch einen Vertrag und damit die Preisgabe persönlicher Daten ohnehin nicht lohnen.

Eines werden wohl selbst Gerichte und Datenschützer sobald nicht verhindern können, auch wenn es schon entsprechende Urteile gibt: Dass mich um 7.45 Uhr eine Dame von irgend einer Versicherungsgesellschaft ungebeten aus dem Bett klingelt, um mir irgend ein Rundum sorglos Paket zu verkaufen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Der Notebook-Airbag

Endlich mal wieder eine Erfindung, auf die vielleicht nicht die Welt, ich aber ganz sicher gewartet habe: Ein Notebook mit Gestensteuerung, erfunden vom japanischen Hersteller Toshiba. Nach einem Bericht der Welt Online erkennen die neuen Notebooks mittels einer eingebauten Kamera nicht nur den Nutzer an seinen Geschichtszügen, sie reagieren auch auf seine Gesten und Handbewegungen.

Bei einer Demonstration in London soll das mit dieser Steuerung schon ganz prima geklappt haben: Einmal die Hand in Richtung Notebook heben bedeutet: "Halte den Film an". Noch einmal die Hand heben, setzte demnach die Wiedergabe fort. Eine einfache Videosteuerung ganz ohne Fernbedienung.

Stellt sich allerdings die Frage, wie die Gestensteuerung der Zukunft, also Version 2.0 reagieren wird, wenn ich zum Beispiel Mails bekomme, die mich furchtbar wütend machen. Was passiert, wenn ich vor Wut gegen das Tischbein trete? Stellt das Gerät vor lauter Angst dann seinen Dienst ein, bis ich mich wieder beruhigt habe?

Oder was passiert, wenn ich beim Online-Banking durch einen Blick auf mein Konto feststellen muss, dass ich mal wieder bis zum Anschlag im Dispo versunken bin und dadurch einen riesigen Schreck bekomme und mein wackeliger Schreibtischstuhl umkippt?

Die wichtigste Funktion bei einem Notebook mit Gestensteuerung 2.0 sollte deshalb die Stoß-, Fall- und Wurffestigkeit sein. Dann könnte ich endlich, wenn ich wieder einmal wütend bin, das Gerät durch den Raum schleudern. Durch die Gestensteuerung würde sich bestimmt ein kleiner Fallschirm oder ein Notebook-Airbag öffnen.

Dem Notebook würde dann hoffentlich nichts passieren - bis zur nächsten unkontrollierten Reaktion.

Hofft,

Götz

 

*Bitte nicht noch ein Account*

Manchmal starten mit viel Tamtam neue Webseiten und ich kann mich auch nach längerem nachdenken und herumprobieren beim besten Willen nicht entscheiden, was ich davon halten soll. Eines dieser Projekte ist adTunes. Dort kann man sich aus einem Repertoire von über einer Millionen Songs Playlisten zusammenstellen und diese in voller Länge und guter Qualität anhören. Kostenlos. Vorausgesetzt, man verfügt über einen schnellen Internetzugang.

Soweit ja eine feine Sache. Obwohl ich ja Songs kaufe, wenn sie mir gefallen. Solche Portale taugen für mich also nur als Informationsquelle. Was mich allerdings davon abhalten wird, auch in Zukunft die Besucherzahlen dieser Seite in die Höhe zu treiben ist die Tatsache, dass ich den Dienst erst nutzen kann, wenn ich mir einen Account zugelegt habe.

Stellt sich mir die Frage: Warum? Warum darf ich den Dienst nur nutzen, wenn ich mir noch einen Nutzernamen und ein Passwort zugelegt habe? Sicher.  Alle Betreiber solcher Communities  wollen  angemeldete Nutzer haben, aber ein Dienst, den ich nur nutzen kann, wenn ich mich angemeldet habe, nervt. Wenigstens einige Grundfunktionen sollte man schon zur Verfügung stellen - ohne eine lästige Anmeldeprozedur.

Aus journalistischer Neugier habe ich mich zwar registriert, aber eigentlich mag ich mir nicht noch einen Account zulegen. Nirgends. Es sein denn, eine Seite bietet mir nach der Anmeldung etwas, was ich wirklich brauche.

Diese Seite gehört ganz sicher zu denen, die ich nicht auf Dauer nutzen werde. Es sein denn, es geht irgendwann auch ohne Anmeldung. Und tschüss!

Schreibt,

Götz

Mail to: bei_erika@curry.wurst

Da hätten wir ja nochmal Glück gehabt. Das Öl wird zwar knapp, der Ausverkauf brauchbarer Domainnamen scheint vorerst wohl gestoppt. Die in den USA ansässige Internet-Aufsicht ICANN plant mehreren Berichten zufolge ab 2009 Internetadressen mit beliebigen Domain-Endungen zuzulassen.

Wenn der gewünschte Domainname also nicht mehr mit der Endung .com oder .de zu haben ist, kann man bald neben den langweiligen .net, .biz und org wohl zwischen vielen mehr oder weniger lustige Endungen wählen. Wenn das mal kein heilloses Chaos auf den Datenautobahnen gibt.Internetseiten sind dann also unter Adressen wie www.curry.wurst , www.ich.bundeskanzler oder www.wirsind.papst zu finden.

Die Drogenbeauftragte wird wahrscheinlich unter der Mailadresse no.drugs@amy.winehouse zu erreichen sein und Anwälte werden diverse Prozesse führen dürfen, wer die Endung .ballack besitzen darf.

Wer über das nötige Kleingeld verfügt, dem sind dafür in seiner Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt. Neben möglichen Rechtsstreitigkeiten hat die ganze Nummer dafür noch einen Haken. Wer über eine eigene Endung verfügen will, muss wahrscheinlich bis zu 50.000 Euro bezahlen.

Aber Menschen mit zuviel Geld geben dieses für viel unsinnigere Dinge aus. Zum Beispiel für eine Schrotflinte mit 35 Gramm Feingold-Verzierung, einem Schaft aus kaukasischem Nussbaumholz und Zeiss-Optik im Zielfernrohr. Die kostet 70.000 Euro.

Supa Datenschutzservice

Also beeindruckt bin ich ja. Selbst, wenn ich auf die folgende Idee gekommen wäre -  ich hätte sie schon deshalb nie umgesetzt, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass der Schwindel nicht in kürzester Zeit auffliegen würde.

Worum geht es überhaupt? Um die neueste Telefon-Abzock-Masche. Ein paar ganz Clevere haben in letzter Zeit per Telefon einen „Datenschutzservice" angeboten.

Die Anrufer stellen sich demnach als Mitarbeiter des „Bundesamtes für Datenschutz" vor. Gegen die Zahlung von schlappen 59 Euro würden sie alle Daten, die sie über den Angerufenen gefunden haben, aus dem Internet löschen.

Schade, dass die Jungs noch nicht bei mir angerufen haben. Ich hätte da noch ein paar Fragen: Wie sie z.B. Bilder, an denen ich die Rechte habe, aus fremden MySpace-Profilen löschen wollen. Ich kann mich da nämlich nicht einloggen. Oder, wie sie Daten von mir löschen wollen, die ein nicht zu identifizierender Webseitenbetreiber über mich veröffentlicht hat?

Nachdem der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, vor den selbst ernannten Datenschützern gewarnt hat, werden die wohl nicht mehr bei mir anrufen. Irgendwie schade. Aber die Idee war nicht schlecht, so nach dem fünften Bier...

Dafür gibt es Ideen, die nichts kosten und dafür richtig gut sind. Wie die folgende, auf die einige Besucher von polylog.tv gekommen sind. Die haben sich nämlich eigene Feeds für die Seite gebastelt und bekommen so angezeigt, wenn es einen Beitrag zu einem Thema gibt, welches sie besonders interessiert.

Einen eigenen Feed basteln geht dann auch ganz einfach. Ein Beispiel. Wer einen Feed über Beiträge zum Thema Berlin basteln möchte, nimmt folgende Adresse:

http://www.polylog.tv/videothek/stories/tags/

dazu den Tag seiner Wahl, also Berlin und die Endung rss20.xml

zusammen sieht das ganze dann so aus:

http://www.polylog.tv/videothek/stories/tags/berlin/rss20.xml

Der Feed für den Tag Musik sieht dann so aus:

http://www.polylog.tv/tags/musik/rss20.xml

Also, einfach eine polylog-url nehmen und rss20.xml hinten dranhängen, fertig ist der Feed, den man dann in Feedreader, Übersichtseiten wie feedly und netvibes oder gleich in flotte Videoschaudinger wie Miro einbauen kann.

 

Viel Spaß!

*Bitte melden!*

Die folgende Meldung war nicht bei einem Satire-Portal zu lesen, sondern einer durchaus seriösen IT-Nachrichtenseite: "In Großbritannien bietet Motorola in Kooperation mit Paramount Digital Entertainment nun auch Spielfilm-Downloads fürs Handy an."

Wer das noch nicht lustig genug findet, bitte, es geht noch weiter: "Die etwa 250 MByte großen Dateien muss man auf den PC herunterladen ("Sideloading"), auf das Handy übertragen und mit dem Handy schließlich den "Access Key" für die DRM-geschützte Videodatei anfordern."

Nun gibt es bei polylog, youtube und Co. sicher viele kleine feine Filme, die man sich bequem in der U-Bahn auf einem Handy-Display anschauen kann. Solange diese Videos nicht länger als fünf Minuten sind, ist das eine durchaus angenehme Art der Unterwegs-Unterhaltung, zumal die Videos nichts kosten.

Aber warum ich umgerechnet zwischen 7,50 Euro und 11 Euro für einen Spielfilm zahlen soll, den ich mir dann umständlich auf mein Mobiltelefon lade, das will sich mir nicht erschliessen. Zumal gerade die Bildsprache bei Spielfilmen erst so richtig zur Geltung kommt, wenn ich sie auf einem großen Bildschirm oder einer großen Leinwand sehe.

Falls es unter den geneigten Lesern jemanden geben sollte, der gerne Spielfilme auf dem Handy schaut und auch noch bereit ist, dafür die oben genannten Summen zu zahlen - bitte melden!

Outings werden gerne anonym entgegen genommen und selbstverständlich nicht vertraulich behandelt.

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Schaut eigentlich jemand Fußball auf dem Handy?

*"Eine Stunde unbegrenzt"*

Die nicht mehr ganz so Jungen unter uns werden sich noch an die schöne Zeit erinnern, als man lästige Ferngespräche mit Mutti noch mit den Worten "Wir müssen jetzt Schluss machen...das wird zu teuer" beenden konnte.

Irgendwann wurde der Telefonmarkt liberalisiert und man konnte über Billig-Vorwahlen schon viel länger bezahlbar telefonieren. Das gibt´s immer noch, wird aber kaum noch genutzt, weil immer mehr Menschen Flatrates geordert haben. Mutti kann man als Flatrate-User leider nicht mehr so leicht abwürgen, aber ansonsten haben die all-inclusive Angebote eine Menge Vorteile.


Das Problem bei dem Geschäftsmodell ist nur, das manche Anbieter kein Geld mehr verdienen, wenn zu viele Flatratenutzer zu lange telefonieren oder im Internet surfen. Muss der Anbieter draufzahlen, kündigt er dem Vieltelefonierer. Einfach so.

Transparenz sieht anders aus. Denn die Telefonfirmen werben damit, dass man bei einem Flatrate-Tarif unbegrenzt telefonieren kann. Wenn sie damit aber höchstens eine Stunde pro Tag meinen, dann sollten sie es dazu schreiben. Richtig unfreundlich wird es, wenn Verträge dann auch noch ohne Begründung gekündigt werden. Als mit-ohne Flatrate-Kunde wüsste ich schon gerne, was ich überhaupt falsch gemacht habe. Ausser meine vertraglich zugesicherten Rechte in Anspruch zu nehmen, natürlich.

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